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Deutschland / Welt In Libyen bröckelt die Macht von Gaddafi
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10:59 12.05.2011
Die Aufständischen in Libyen erzielen Geländegewinne. Quelle: dpa
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Die Machtbasis des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi schrumpft mit jedem Tag mehr. Die Aufständischen berichteten am Donnerstag von Geländegewinnen rund um die westliche Stadt Misrata. Der libysche Konsul in Kairo, Faradsch Al-Areibi, gab im Nachrichtensender Al-Arabija seinen Rücktritt bekannt. Der Diplomat erklärte, er unterstütze ab sofort die Aufständischen und ihren Nationalen Übergangsrat, der seinen Sitz in Bengasi hat. „Gott ist groß, es lebe das freie Libyen“, sagte er.

Der Übergangsrat kündigte für Freitag Demonstrationen in mehreren Stadtvierteln der Hauptstadt Tripolis an. Augenzeugen berichteten, die Regimegegner würden in Tripolis immer mutiger. Auf etlichen Gebäuden sei inzwischen Anti-Gaddafi-Graffiti zu sehen. Gerüchte über eine Spaltung der Armee machten die Runde. Angeblich sollen Soldaten der Mitiga-Brigade, die zum Teil mit Gaddafi und zum Teil mit den Aufständischen sympathisieren, aufeinander geschossen haben.

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Das Verbindungsbüro der US-Regierung in Bengasi berichtete, am Dienstag sei die erste Lieferung der Amerikaner für die Truppen des Übergangsrates in Bengasi eingetroffen. Es handele sich um Zelte, Stiefel, Uniformen, medizinische Güter, Verpflegungspakete und militärische Schutzkleidung. Auch die Europäische Union hat diese Woche beschlossen, ein Verbindungsbüro in Bengasi einzurichten.

Ein Kämpfer der Aufständischen in Misrata sagte Al-Arabija, ihre Truppen hätten die Regierungstruppen vom Flughafen der Stadt vertrieben. Nicht bestätigt wurden Berichte der Aufständischen, wonach 45 Soldaten in der Stadt Nalut nahe der tunesischen Grenze desertiert sein sollen. Angeblich stellten sie sich der tunesischen Armee. In den vergangenen Tagen waren nach Angaben aus Tunis bereits mehrfach Soldaten, die sich von der Truppe abgesetzt hatten, über die Grenze gekommen. Das libysche Staatsfernsehen hatte in der Nacht Bilder von einem Treffen Gaddafis mit Stammesführern in Tripolis ausgestrahlt.

dpa