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Deutschland / Welt Innenminister verbietet Webseite "linksunten.indymedia"
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Innenminister verbietet Webseite "linksunten.indymedia"
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08:39 25.08.2017
Das Bundesinnenministerium verbietet "Indymedia". Am Freitagmorgen war die Seite noch aufrufbar. Quelle: Screenshot/Montage
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Eine Verbotsverfügung ist den in Freiburg lebenden Betreibern der Plattform laut unbestätigter Informationen am Freitagmorgen zugestellt worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin am Freitag aus Sicherheitskreisen, nachdem „Spiegel Online“ darüber berichtet hatte. Den Sicherheitsbehörden gilt die Anfang 2009 gestartete Seite als einflussreichstes Medium der linksextremen Szene in Deutschland - und als Forum für gewaltbereite Autonome.

Die Seite laufe „nach Zweck und Tätigkeit den Strafgesetzen zuwider“ und richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung, heißt es laut „Spiegel Online“ in der Bekanntmachung des Ministeriums. Die Kennzeichen des Vereins wurden ebenfalls verboten. „Indymedia“ war im Internet allerdings zunächst weiterhin zu erreichen. Auf der Seite können Nutzer anonym Beiträge veröffentlichen.

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Im aktuellen Verfassungsschutzbericht heißt es: „Bei "linksunten.indymedia" handelt es sich um das inzwischen wichtigste Medium des gewaltorientierten Linksextremismus. Seit Jahren bietet es ein Forum für weitgehend distanzlose Berichte über linksextremistische Agitation und Straftaten.“

Durchsuchungen in Freiburg

Im Zusammenhang mit dem Verbot sind am Morgen Räumlichkeiten in Freiburg durchsucht worden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen sollte die Verbotsverfügung drei Betreibern der Plattform ausgehändigt werden.

Verhaftungen waren demnach nicht geplant, es sollte aber Beweismaterial wie Computer sichergestellt und mögliches Vereinsvermögen beschlagnahmt werden. Beim Verbotsverfahren gegen die Plattform wandten die Sicherheitsbehörden einen Kniff an: Förmlich soll es sich um ein Vereinsverbot handelt - die Betreiber wurden demnach von den Behörden als Verein eingestuft.

dpa/r