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Deutschland / Welt Iran testet neue Satelliten-Trägerrakete
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Iran testet neue Satelliten-Trägerrakete
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10:32 03.02.2010
Der iranische Präsident stellte eine neue Trägerrakete vom Typ Simorq vor, die in der Lage sein soll, einen bis zu 100 Kilogramm schweren Satelliten ins All zu befördern. Quelle: dpa
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Die internationale Gemeinschaft verdächtigt Teheran, heimlich am Bau der Atombombe zu arbeiten. Vor diesem Hintergrund sieht insbesondere der Westen das Raketenprogramm mit wachsender Sorge. Der Iran hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Im Atomstreit hatte Präsident Mahmud Ahmadinedschad erst am Dienstagabend ein Einlenken signalisiert.

Sein Land sei nun doch dazu bereit, niedrig angereichertes Uran im Ausland auf eine höhere Anreicherungsstufe bringen zu lassen, kündigte er im staatlichen Fernsehen an. Der Iran braucht dieses Material als Brennstoff für einen Forschungsreaktor in Teheran. Ein Einlenken käme einer politischen Kehrtwende Teherans gleich. Die US- Regierung regierte jedoch zunächst zurückhaltend. „Wenn der Iran etwas Neues zu sagen hat, sind wir bereit, zuzuhören“, sagte ein Regierungsbeamter dem US-Onlinemagazin „Politico.com“ am Dienstagabend (Ortszeit).

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Die fünf ständigen Mitglieder im Weltsicherheitsrat (die USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China) sowie Deutschland hatten den Iran seit Monaten gedrängt, einen Vorschlag zur Urananreicherung in Frankreich und Russland anzunehmen. Wegen der Weigerung des Irans hatten die EU und die USA zuletzt mit neuen Wirtschaftssanktionen gedroht.

Der iranische Präsident stellte am Mittwoch zugleich eine neue, vom Iran entwickelten Trägerrakete vom Typ Simorq vor, die in der Lage sein soll, einen bis zu 100 Kilogramm schweren Satelliten ins All zu befördern. Vor genau einem Jahr hatte der Iran seinen ersten eigenen Satelliten namens Omid (Hoffnung) mit einer ebenfalls selbst entwickelten Trägerrakete vom Typ Safir 2 (Botschafter) in eine Erdumlaufbahn befördert.

Teheran hatte die Kritik des Westens zurückgewiesen, dass iranische Raketenprogramm könne auch militärischen Zwecken dienen. Die USA und Israel hatten dagegen betont, die gleiche Technologie könne auch zum Abschuss ballistischer Raketen genutzt werden.

dpa

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