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Deutschland / Welt Iran und NATO führen erstmals seit rund 30 Jahren Gespräche
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Iran und NATO führen erstmals seit rund 30 Jahren Gespräche
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21:53 26.03.2009
Quelle: Olivier Hoslet/afp
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Moskau bot Vermittlungsdienste bei Treffen zwischen Diplomaten aus den USA und dem Iran an.

NATO-Sprecher James Appathurai sagte, der iranische Diplomat habe mit dem beigeordneten NATO-Generalsekretär für Sicherheitspolitik, Martin Erdmann, ein informelles Gespräch zu Afghanistan geführt. Ein anderer NATO-Vertreter sagte, der Besuch des iranischen Diplomaten bei der Allianz sei der erste derartige Kontakt seit der Gründung der Islamischen Republik Iran im Dezember 1979 gewesen. Der Iran hat mit dem Schmuggel von Drogen aus Afghanistan zu kämpfen. Außerdem halten sich zahlreiche afghanische Flüchtlinge in seinem Staatsgebiet auf.

Teheran sagte am Donnerstag nach langem Zögern seine Teilnahme an der internationalen Afghanistan-Konferenz am kommenden Dienstag in Den Haag zu. Die USA hatten die Konferenz unter UN-Schirmherrschaft vorgeschlagen und dazu auch den Iran eingeladen. Weder Außenministerin Hillary Clinton noch ihr Sondergesandter für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, beabsichtigten allerdings in Den Haag „substanzielle Treffen“ mit iranischen Vertretern, teilte das US-Außenministerium mit.

Die USA und der Iran unterhalten seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen. Bevor die USA Ende 2001 die sunnitisch-islamistischen Taliban in Afghanistan stürzten, hatte der Iran unter anderem schitische Oppositionsgruppen gegen die Taliban unterstützt und Washington Informationen geliefert.

Das russische Außenministerium bot Washington seine Unterstützung bei der Aufnahme eines Dialogs mit Teheran an. Wenn bei den am Freitag beginnenden Gesprächen in Moskau über die Lage in Afghanistan die anwesenden Vertreter der USA und des Irans den Wunsch äußerten, miteinander zu sprechen, werde Russland dabei helfen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Beratungen in Moskau werden von der Shanghai-Gruppe organisiert, der neben Russland auch China sowie die zentralasiatischen Republiken Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Kirgistan angehören. Für die USA nimmt der für Zentralasien zuständige Vize-Außenminister Patrick Moon teil, für den Iran ebenfalls ein Vize-Außenminister.

Der britische Außenminister David Miliband erklärte, das Gesprächsangebot der US-Regierung an den Iran sei für das Land eine einmalige Gelegenheit, seinen Platz in der internationalen Gemeinschaft einzunehmen. Teheran müsse aber zunächst Vertrauen aufbauen, das es durch die Verheimlichung von Einzelheiten seines Atomprogramms verspielt habe.

afp