Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Japans Regierung erklärt Atomruine in Fukushima für sicher
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Japans Regierung erklärt Atomruine in Fukushima für sicher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:30 16.12.2011
Die japanische Regierung hat das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi für sicher erklärt. Quelle: dpa
Tokio

Das hat die Regierung am Freitag verkündet.

Umweltschützer kritisieren das als eine Irreführung der Bevölkerung. Nach Definition der Regierung und des Atombetreibers Tepco liegt eine Kaltabschaltung vor, wenn die Temperatur am Boden der Druckbehälter unter 100 Grad gehalten wird.

Experten und Umweltschützer werfen der Regierung einen falschen Gebrauch des technischen Begriffs der Kaltabschaltung vor. „Hier von Kaltabschaltung zu sprechen grenzt an eine bewusste Lüge“, erklärte Reinhard Uhrig, Atomexperte von Global 2000. Die geschmolzenen Brennelemente hätten sich durch den Boden der Reaktordruckbehälter durchgebrannt und lägen nun als Klumpen auf dem Boden der Umhüllung. Dort wiesen sie weiter Temperaturen von schätzungsweise 3000 Grad auf. Von einem sicheren Zustand seien die Reaktoren noch weit entfernt.

In dem Akw war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einem anschließenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 vollständig schmolzen. Um die Reaktorkammern zu kühlen, besprühen die Reparaturtrupps sie weiter mit Wasser. Dazu errichtete der Betreiber Tepco ein Zirkulationssystem, mit dessen Hilfe inzwischen eine stabile Kühlung der Reaktoren gewährleistet sei. Die Entsorgung des verseuchten Wassers stellt weiter eines der größten Probleme dar. 

dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Auch an Tag 3 der Jahrhundertkatastrophe in Japan überschlagen sich die Ereignisse: In Fukushima explodiert Reaktor 3, eine Tsunami-Warnung entpuppt sich als falscher Alarm.

25.03.2011

Die erste Entwarnung der japanischen Regierung nach dem Erdbeben war offenbar verfrüht: Nach der automatischen Schnellabschaltung von Atomkraftwerken kam es zu Störfällen. In Fukushima mussten Anwohner ihre Häuser verlassen, Experten sprachen von einer drohenden Kernschmelze.

25.03.2011

Gigantische Schäden, die Zahl der Toten steigt immer weiter: Japan steht nach dem schweren Erdbeben unter Schock. Unterdessen wächst die Angst vor einem Atomunfall. 20 Pazifik-Anrainerstaaten lösten Tsunami-Alarm aus.

25.03.2011

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat ein Ermittlungsverfahren gegen den designierten Generalsekretär der Bundes-FDP, Patrick Döring, eingeleitet. Der Politiker steht im Verdacht, einen Unfall verursacht und anschließend Fahrerflucht begangen zu haben.

16.12.2011

Die Not treibt Rom zur Eile: Das Spar- und Reformpaket von Mario Monti soll am Freitag per Vertrauensabstimmung die erste Parlamentshürde nehmen. Davor kam es erneut zu Tumulten im Parlament.

15.12.2011

Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen die meisten deutschen Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden. Die SPD unterstützt die Regierungspläne, Grünen und Linken geht es nicht schnell genug.

15.12.2011