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Deutschland / Welt Karsai wirft britischen Soldaten „Kindesmissbrauch“ vor
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Karsai wirft britischen Soldaten „Kindesmissbrauch“ vor
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15:59 18.01.2012
Präsident Karsai wirft britischen Soldaten vor, Kinder missbraucht zu haben. Quelle: dpa
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Kabul

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat britischen Soldaten Kindesmissbrauch vorgeworfen und harsche Kritik am Verhalten ausländischer Truppen geübt. In einer Mitteilung des Präsidentenpalastes hieß es am Mittwoch, Medienberichten zufolge sollten zwei britische Soldaten einen Jungen und ein Mädchen aufgefordert haben, sie durch ihre Kleidung zu berühren. Die beiden Kinder seien etwa zehn Jahre alt gewesen. Nach Angaben der Nato untersucht die britische Militärpolizei entsprechende Vorwürfe.

Erst in der vergangenen Woche hatte ein Video für internationale Empörung gesorgt, auf dem US-Soldaten in Afghanistan angeblich auf die Leichen von Taliban-Kämpfern urinieren. Auch die USA sagten eine Untersuchung zu. Karsai zeigte sich in der Mitteilung vom Mittwoch „angewidert über den Anstieg jüngster Ereignisse unmoralischer Natur unter ausländischen Soldaten“. Solche Taten unterminierten das Vertrauen und die Kooperation der Afghanen mit den ausländischen Truppen.

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Zu dem jüngsten Vorfall teilte der Palast mit, die Täter hätten die „unmoralische Tat“ auf Video aufgenommen, um sie Kameraden zu zeigen. Karsai forderte die Regierung in London dazu auf, umgehend eine Untersuchung einzuleiten und Schuldige zu bestrafen.

Die Nato-geführte Schutztruppe Isaf bestätigte am Mittwochabend, dass die britische Militärpolizei „Vorwürfe über unangemessenes Verhalten“ von zwei Soldaten während ihres Einsatzes in Afghanistan untersuche. „Vorwürfe dieser Art werden sehr ernst genommen.“ Der deutsche Isaf-Sprecher Carsten Jacobson sagte in der Mitteilung, man erwarte von Soldaten aller Truppenstellernationen, dass sie die höchsten militärischen Maßstäbe einhielten.

Nach der mutmaßlichen Schändung getöteter Taliban-Kämpfer durch amerikanische Marine-Infanteristen hatte Verteidigungsminister Leon Panetta eine Bestrafung der Schuldigen zugesichert. Die vier Soldaten müssen sich laut US-Medienberichten vermutlich wegen Verletzung der Genfer Konvention verantworten. Karsai hatte die USA aufgefordert, die Täter so schwer wie möglich zu bestrafen. Er hatte die Tat „zutiefst unmenschlich“ genannt. Auch die Isaf hatte die mutmaßliche Schändung getöteter Taliban-Kämpfer verurteilt.

frx/dpa

18.01.2012
17.01.2012