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Kassenpatienten müssen immer mehr aus eigener Tasche zahlen

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06:27 23.05.2019
Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen (Symbolfoto). Quelle: Jens Kalaene/ZB/dpa
Berlin

Die gesetzlich Versicherten müssen immer höhere Zuzahlungen aus der eigenen Tasche für Heilbehandlungen beim Physiotherapeuten, in der Ergotherapie oder beim Logopäden leisten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Danach stiegen die Zuzahlungen zwischen 2016 und 2018 um knapp zehn Prozent – von 609 auf 668 Millionen Euro. Der Hauptgrund für den Anstieg sind nach Angaben der Regierung die in den vergangenen Jahren beschlossenen höheren Vergütungen für die Beschäftigten in der Branche. Sie haben dazu geführt, dass die Ausgaben der Krankenkassen für Heilbehandlungen zwischen 2016 und 2018 um eine auf rund 7,5 Milliarden Euro kletterten.

Zehn Prozent plus zehn Euro

Gesetzlich Versicherte müssen für Heilbehandlungen zehn Prozent der Kosten und zusätzlich zehn Euro pro Verordnung dazu zahlen. Der Betrag ist nach oben nicht gedeckelt. Höhere Preise für Heilbehandlungen wirken sich daher bei den Zuzahlungen unmittelbar aus.

Nur bei Chronikern und Einkommensschwachen wird der Gesamtbetrag der Zuzahlungen begrenzt. Die Bundesregierung wies darauf hin, dass es 2019 weitere Preissteigerungen geben werde. Dann könnten auch die Zuzahlungen erneut steigen, so die Regierung.

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Der Linken-Gesundheitspolitiker Achim Kessler forderte, die Zuzahlungen zur Heilmittelversorgung abzuschaffen. Kessler sagte dem RND, die von der Bundesregierung reklamierte Eigenverantwortung der Patienten heiße lediglich, dass die Versicherten noch einmal zusätzlich zur Kasse gebeten würden.

Es bestehe die Gefahr, dass Behandlungen nicht in Anspruch genommen würden, obwohl sie eigentlich notwendig wären. „Solange die Versicherten Zuzahlungen für notwendige Behandlungen leisten und ihre Brillen weiter selbst zahlen müssen, ist die Parität in der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung nicht eingelöst“, kritisierte der Gesundheitsexperte.

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Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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