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16:28 18.10.2013
Das Haus, das Deutschland empört: Die Bischofsresidenz in Limburg. Quelle: dpa
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Limburg/Rom

In der Affäre um die Millionen-Ausgaben des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst sollen jetzt Kassenprüfer für Klarheit sorgen. Eine von der Deutschen Bischofskonferenz berufene Kommission untersucht seit Freitag vor allem, warum sich die Kosten für den Neubau der Limburger Bischofsresidenz und der angrenzenden Gebäude innerhalb weniger Jahre vervielfacht haben. Zudem geht es um die Frage, wer zu welchem Zeitpunkt von den Ausgaben und Planungen gewusst und wer entschieden hat. Unklar ist bislang, wann Ergebnisse vorliegen. Bischof Tebartz-van Elst wird Verschwendung beim Bau der Residenz vorgeworfen. Er hält sich nach wie vor in Rom auf. Ein von ihm gewünschtes Treffen mit Papst Franziskus war auch am Freitag nach offiziellen Angaben aus Rom nicht geplant.

Die Limburger Prüfungskommission setzt sich aus Finanz- und Baufachleuten sowie Kirchenrechtlern zusammen. "Es geht um die Klärung der Kosten, die Klärung der Finanzierung und die Erklärung der Entscheidungswege", sagte ein Sprecher der Bischofskonferenz am Freitag in Bonn. Über alles Weitere sei Vertraulichkeit vereinbart worden, hatte Erzbischof Zollitsch zuvor erklärt. Nicht bekannt ist daher, wo die Kommission tagt, wer ihr angehört und wann sie einen Bericht vorlegen kann. Zollitsch hatte im Vorfeld betont, zügig handeln zu wollen. Schnellschüsse sollten aber vermieden werden. Vom Ergebnis der Prüfung könnte abhängen, ob der umstrittene Limburger Bischof im Amt bleiben darf oder nicht.

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Von 5,5 auf 31 Millionen

Tebartz-van Elst soll nach unterschiedlichen Angaben über die wahren Kosten des Baus auf dem Limburger Domberg informiert gewesen sein. Zudem gehen nach Angaben des Vermögensverwaltungsrats des Bistums viele Kosten auf Sonderwünsche des Bischofs zurück. Im Dezember 2010 waren die Baukosten zunächst noch offiziell mit 5,5 Millionen Euro beziffert worden, 2,5 Millionen davon sollen auch nach jüngsten Angaben mit Einnahmen aus der Kirchensteuer beglichen werden. Derzeit werden die Kosten auf mehr als 31 Millionen Euro beziffert. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat außerdem einen Strafbefehl gegen ihn wegen falscher Erklärungen an Eides statt beantragt.

Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen zu einem Erste-Klasse-Flug nach Indien. Erzbischof Zollitsch hat sich bereits mehrfach deutlich von seinem Limburger Glaubensbruder distanziert. Nach seinem mit Spannung erwarteten Gespräch mit dem Papst war am Vortag im Vatikan zunächst keine Entscheidung über den Verbleib oder eine Abberufung des Bischofs getroffen worden. Vielmehr wird erwartet, dass der Papst zunächst weitere Informationen einholt und deshalb bis zu einer Entscheidung einige Zeit vergehen könnte. Über eine Amtsenthebung kann letztlich nur Franziskus entscheiden. Er könnte Tebartz-van Elst zudem den Amtsverzicht nahelegen.

dpa

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