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Deutschland / Welt Katarina Barley soll Europa-Spitzenkandidatin der SPD werden
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Katarina Barley soll Europa-Spitzenkandidatin der SPD werden
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15:04 16.10.2018
SPD-Politikerin Katarina Barley: Die Parteichefin aus einer misslichen Lage befreit. Quelle: dpa
Berlin

Die bisherige Bundesjustizministerin Katarina Barley wird Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten für die Europawahl im Mai. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland aus SPD-Kreisen. Barley soll noch in dieser Woche in Berlin vorgestellt werden. Sie muss durch den Wechsel nach Brüssel ihr Ministeramt in Berlin abgeben.

Von ihrer Vita her ist Katarina Barley die geradezu natürliche Spitzenkandidatin für die Europawahl. Die gebürtige Kölnerin ist Tochter eines britischen Journalisten und einer deutschen Ärztin. Sie verfügt über zwei Pässe, hat in Paris und Marburg studiert, ihre beiden Kinder haben Großeltern mit vier verschiedenen Nationalitäten, und von Barleys Trierer Wahlkreis aus kann man an einem Tag mit dem Fahrrad durch vier europäische Länder fahren – wenn man sportlich ist. Mehr Europa geht kaum.

Der bisherige Vorsitzende der sozialistischen Fraktion in Europa, Udo Bullmann, tritt für Barley vom ersten Listenplatz für die Wahl im Mai zurück.

Mit der Personalie löst Parteichefin Andrea Nahles ein seit Monaten schwelendes Problem. Die SPD-Chefin hatte lange nach einem geeigneten Spitzenkandidaten gesucht und sich dabei ein Reihe von Absagen eingehandelt, unter anderem von Juso Chef Kevin Kühnert. Auch Barley widerstand dem Werben der SPD-Chefin zunächst. Mehrfach lehnte sie die neue Rolle ab, was in Teilen der SPD auf großes Unverständnis gestoßen war.

Die 49-jährige Juristin übernimmt für ihre Partei eine schwere Aufgabe. Bei der Europawahl, die am 26. Mai 2019 stattfinden, gibt es für die SPD nach Lage der Dinge wenig zu gewinnen. Martin Schulz hatte die SPD 2013 als europäischer Spitzenkandidat auf 27 Prozent gehievt, ein aus heutiger Sicht geradezu utopisches Ergebnis. Barley, die unter Schulz Generalsekretärin ihrer Partei war, wird nun an dieser Zahl gemessen werden.

Von Andreas Niesmann/RND

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