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Deutschland / Welt Knapp 2000 Menschen erinnern bei Friedensgebet an Herbst 1989
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18:26 09.10.2009
Knapp 2000 Menschen sind zum 20. Jahrestag der friedlichen Revolution in der Leipziger Nikolaikirche zusammengekommen. Quelle: ddp
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Genscher hatte vor 20 Jahren die Ausreise der DDR-Flüchtlinge in der bundesdeutschen Botschaft in Prag erreicht und gilt als einer der Architekten der Wiedervereinigung. Ehrengast des Friedensgebets war Bundespräsident Horst Köhler.

In seiner Ansprache erinnerte der ehemalige Landesbischof Christoph Kähler an die vielen, die vor 20 Jahren nötig gewesen seien und den Mut zum Frieden aufbrachten. „Es brauchte die, die voller Ungeduld nicht mehr warten wollten, für sich selbst nicht, für dieses Land nicht“, sagte Kähler. Heute dürften die Menschen nicht vergessen werden, deren Wünsche sich nach 1989 nicht erfüllt hätten. Viele hätten erleben müssen, wie die neue Freiheit schnell persönliche Unfreiheit zur Folge gehabt habe. Auch an diese Menschen richte sich heute Friedensgebet, sagte Kähler. Denn die Freiheit des Einzelnen dürfe nicht als neue Abgrenzung verstanden werden, „sondern ist Möglichkeit und Chance gemeinsamer Arbeit - und nachhaltiger Politik.

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Wie vor 20 Jahren stand auch am Freitag die Bergpredigt der Bibel im Mittelpunkt des Gottesdienstes. „Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen“, zitierte der Kähler aus dem Matthäus-Evangelium. Auch im Herbst ’89 hatte der damalige Nikolaipfarrer Christian Führer diese Zeilen in den Mittelpunkt seiner Andachten und Gebete gestellt.

Am 9. Oktober 1989 hatten rund 70 000 Menschen in Leipzig friedlich gegen die SED-Herrschaft in der DDR demonstriert und so den Weg frei gemacht zum Mauerfall in Berlin einen Monat später.

ddp