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Deutschland / Welt Das selbst verwanzte Heim wird zur Falle
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Kommentar: Das selbst verwanzte Heim wird zur Falle

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05:00 06.06.2019
Smart-Home-Steuerzentrale mit Touchscreen-Eingabe. Quelle: Florian Schuh/dpa
Berlin

Auch wenn es schon oft genug gesagt worden ist, schadet es doch nichts, es immer mal wieder erneut zu sagen: „1984“ – der 1949 erschienene Roman aus der Feder George Orwells über den totalitären Überwachungsstaat – ist von der Realität nur noch einen Schritt entfernt. Zwar gibt es diesen Staat in Deutschland nicht. Hoffentlich wird es ihn nie geben. Aber technologisch ist er in Zeiten fortschreitender Digitalisierung längst machbar. Die progressive Vorderseite der Durchdringung aller Lebensbereiche durch das Internet hat eine autoritäre Rückseite. Neueste Erwägungen über die Nutzung digitaler Daten aus dem Smart-Home – Stichwort „Alexa“ – beweisen dies. Das Grundrecht auf Privatheit bekommt zunehmend größere Löcher.

Wie so oft in diesen Zusammenhängen ist auch jetzt von Verbrechensbekämpfung die Rede – selbstredend im Interesse des Bürgers. Wenn also beispielsweise „Alexa“ einen Einbruch aufzeichnet, bei dem ein Einbrecher überrascht wird. Da kann doch niemand was dagegen haben, heißt es. Ungeachtet dessen ist höchste Vorsicht geboten.

Lesen Sie hier, was geplant ist

Es gibt fast kein Entrinnen

Denn während etwa Telefonate, Chats oder E-Mail-Verkehre bisweilen gezielt genutzt werden, um kriminelle Taten zu verabreden, dient das Smart-Home mehr und mehr dem ganz normalen Leben. Darum kann es Ermittlern auch nicht so ohne weiteres erlaubt sein, auf Daten aus diesem ganz normalen Leben zuzugreifen. Der grüne Innenexperte Konstantin von Notz warnt mit Recht vor „millionenfachen Wanzen in unseren Wohnungen“.

Dies gilt umso mehr, als früher oder später auch der heimliche Zwang, Instrumente des Smart-Home zu nutzen, potenziell totalitäre Züge annehmen wird, weil es früher oder später alle machen. Für den Konsumenten gibt es also von zwei Seiten zunehmend weniger ein Entrinnen. Das kann in einem freien Land eigentlich nicht sein.

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Von Markus Decker/RND

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