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Deutschland / Welt Chaos in Washington – und Trump wird immer nervöser
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Chaos in Washington – und Trump wird immer nervöser
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18:30 23.12.2018
US-Präsident Donald Trump Quelle: imago/ZUMA Press
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Kommentar

Ausgerechnet zum Fest des Friedens spitzt sich der Machtkampf in Washington zu. Donald Trump geht bis zum Äußersten, um die Finanzierung der geplanten Mauer zu Mexiko zu erzwingen. Reihenweise schließen die Bundesbehörden, Tausende Mitarbeiter werden in einen unbezahlten Weihnachtsurlaub geschickt – obwohl es an der Grenze weniger illegale Übertritte gibt als in den vergangenen Jahren.

Noch folgenreicher als der „Shutdown“ ist der überstürzte Abzug der US-Soldaten aus Syrien und die geplante Truppenreduzierung in Afghanistan. Wohlwissend, dass ausgerechnet das iranische Regime und Russland zu den Profiteuren der Kurzschlussreaktionen zählen, sucht Trump händeringend nach Entscheidungen, die sich bei seiner engsten Anhängerschaft gut verkaufen lassen.

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Kushner könnte ins Visier geraten

Hinter der Hektik und der wachsenden Konfliktbereitschaft, die viele Beobachter in Washington schlicht als Chaos wahrnehmen, versteckt sich ein tieferer Beweggrund: Die Nachforschungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller rücken immer näher an das Weiße Haus heran. Die beiläufige Nachricht, dass der Urteilsspruch für den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn um mehrere Wochen verschoben wird, um dessen Vernehmungen fortzusetzen, lastet schwer auf der Präsidentenfamilie. Es mehreren sich die Hinweise, dass demnächst auch Trumps Sohn Donald Junior und Schwiegersohn Jared Kushner ins Visier geraten könnten.

Die Nervosität steigt, zumal der frühere Wahlkampfmanager Paul Manafort ebenso zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde wie Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen. „Leg den Sumpf trocken“ (drain the swamp) lautete die zentrale Botschaft des 72-Jährigen. Im neuen Jahr wird Trump mitansehen müssen, wie energisch die Bundespolizei genau dieser Aufforderung nachkommt.

Von Stefan Koch/RND

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