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Deutschland / Welt Lieber nicht zu witzig sein
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00:17 07.03.2019
Lieber nicht zu witzig sein: Annegret Kramp-Karrenbauer beim Narrengericht in Stockach. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Hannover

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich in einer Karnevalsrede über das sogenannte dritte Geschlecht lustig gemacht. Wenn sie Deutschlands verspannte Mediendemokratie mit Absicht in jene Wallung gebracht hat, die daraufhin unweigerlich entstanden ist, wäre das ein interessantes politisches Manöver. Käme diese Aufwallung für Kramp-Karrenbauer allerdings überraschend, spräche das nicht für ihr politisches Gespür.

Man kann zur Verteidigung von AKK ebenso Argumente vorbringen wie zu ihrer Verdammung. Einerseits: Wer entscheidet eigentlich, worüber man Witze machen darf und worüber nicht? Und warum können manche Spaßmacher Karrieren auf Scherzen über Frauen oder Männer aufbauen, während solche über das dritte Geschlecht verboten sind? Und ist nicht Witz immer auch Tabubruch?

Andererseits: Der Sinn des Karnevals ist, dass das Volk sich über seine Oberen lustig macht – nicht umgekehrt. Gehört also eine CDU-Chefin in die Bütt? Und wenn: Sollte sie sich nicht über die politische Kaste lustig machen statt über Minderheiten – auch wenn der Witz vielleicht ursprünglich auf den politischen Betrieb in Berlin abgezielt hat? Und wenn Witz Tabubruch ist: Ist das etwas für Spitzenpolitiker?

Interessant an dem Vorgang ist dies: Die Debatte zeichnet sehr fein einen Bruch durch die Gesellschaft nach: Den zwischen Stadt und Land, kleinkarierter politischer Korrektheit und „das wird man ja noch sagen dürfen“, Progressiven und Traditionalisten. Auf dem schmalen Grat dazwischen bewegt sich die neue CDU-Chefin bewusst nicht so behutsam wie die alte. Sie gibt sich ein konservativeres Profil, etwa im Bezug auf die Homo-Ehe. Das mag ungewohnt sein. Ungewöhnlich ist es für eine bürgerliche Partei nicht.

Von Felix Harbart

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