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Deutschland / Welt Kontroverse um angebliche Wahlfälschung im Irak
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18:44 12.03.2010
Möglichlicher Wahlbetrug im Irak: Etwa 19 Millionen Iraker wählten am 7. März in 18 Provinzen des Landes.
Möglichlicher Wahlbetrug im Irak: Etwa 19 Millionen Iraker wählten am 7. März in 18 Provinzen des Landes. Quelle: dpa
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Spekulationen um Wahlbetrug: Der Gesandte des Europaparlaments hat der Wahlkommission Tricksereien vorgeworfen. Hochrangige Mitglieder der Kommission in Bagdad hätten falsche Zahlen in die zentrale Wahldatenbank eingegeben, sagte der schottische Konservative Struan Stevenson am Donnerstagabend. Er ist der Delegationschef des EU- Parlaments für die Beziehungen zum Irak.

Stevenson äußerte den Verdacht, die Wahlkommission wolle das Ergebnis zugunsten von Ministerpräsident Nuri al-Maliki und zum Nachteil des säkularen Parteiführers Ijad Allawi manipulieren. Zuvor hatten auch schon einzelne irakische Politiker die aus ihrer Sicht verdächtig langsame Auszählung der Stimmen kritisiert. Stevenson gilt als Unterstützer der oppositionellen iranischen Volksmudschaheddin. Al-Maliki pflegt gute Beziehungen zu Teheran.

„Ich bin erstaunt über diese Äußerungen. Vor allem, wo hier doch während des gesamten Auszählungsprozesses eine Menge internationale und lokale Beobachter anwesend sind“, sagte der Sprecher der Wahlkommission, Kassim Abbudi, der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag. Ein Mitstreiter von Al-Maliki sagte, dessen Rechtsstaaat- Koalition habe sich bei der Wahl am vergangenen Sonntag rund 100 der insgesamt 325 Mandate sichern können.

Die Wahlkommission gab am Freitag bekannt, in der südlichen Provinz Amara habe die Allianz der religiösen Schiiten-Parteien unter Ammar al-Hakim die meisten Stimmen erhalten. Zuvor hatte die Kommission bereits Ergebnisse aus fünf Provinzen veröffentlicht. Danach belegt Al-Malikis Koalition in Nadschaf und Babylon den ersten Platz. Allawis Al-Irakija-Liste hat in den nördlichen Provinzen Dijala und Salaheddin die Nase vorn. In Erbil entfielen die meisten Stimmen auf die Allianz der Kurdenparteien KDP und PUK.

dpa