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Deutschland / Welt Krankenkassen sollen Versicherte zu Organspende befragen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Krankenkassen sollen Versicherte zu Organspende befragen
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12:47 26.09.2011
Weil es zu wenig Organspenden gibt, will Gesundheitsminister Bahr die gesetzlich Krankenversicherten nach ihrer Spendebereitschaft befragen lassen. Quelle: dpa
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Berlin

In die Bemühungen um mehr Organspenden in Deutschland kommt Bewegung. Das Bundesgesundheitsministerium strebt an, eine gesetzliche Regelung bis zum kommenden Frühjahr unter Dach und Fach zu haben. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte am Montag in Berlin einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Rundschau“.

Um mehr Menschen als bisher nach ihrem Tod als Organspender zu gewinnen, will Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) alle Krankenversicherten nach ihrer Spendebereitschaft befragen lassen. „Jeder soll zumindest einmal im Leben mit dieser Frage konfrontiert werden“, sagte die Sprecherin. Jeder sei in seiner Entscheidung aber völlig frei.

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Nach den Plänen sollen die gesetzlichen Krankenkassen dazu verpflichtet werden, alle Versicherte über 16 Jahren bei der bevorstehenden Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte über die Organspende zu informieren und zu einer Erklärung über die Spendenbereitschaft aufzufordern. Die Privatkassen, die sich an der Ausgabe der Gesundheitskarte nicht beteiligen, sollen ihre Versicherten ebenfalls befragen. Das sieht ein Vorschlag des Ministers für eine Änderung des Transplantationsgesetzes vor, der der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Von rund 12.000 Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, sterben jährlich etwa 3000.

Nach Darstellung des Gesundheitsministeriums könnte die Bereitschaft zur Organspende auch auf der neuen Elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Dies sei nur eine - freiwillige - Option, sagte die Sprecherin. Klar sei aber, dass Privatkassen davon unabhängig ihre Versicherten über einen Organspenderausweis informieren müssten. „Die neue Gesundheitskarte ist ja nicht der einzige Weg zur Befragung der Mitglieder.“

Bei den gesetzlichen Krankenkassen stießen die Überlegungen Bahrs auf grundsätzliche Zustimmung. Man werde die rund 70 Millionen Versicherten wie gewünscht über die Möglichkeiten der Organspende informieren, zum Beispiel auch über Mitgliederzeitschriften, sagte der Sprecher des Kassen-Spitzenverbandes, Florian Lanz. Da kommende Woche die Ausgabe der ersten Elektronischen Gesundheitskarten beginne, ließen sich auf diesem Wege aber nicht alle Versicherten erreichen, gab Lanz zu bedenken.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.