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Kriegswaffen und Sprengstoffgürtel: Anklage gegen deutsche IS-Rückkehrerin

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15:01 22.05.2019
Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof: Derya Ö. ist „hinreichend verdächtig“. Quelle: Uwe Anspach/dpa
Berlin

Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen eine 26-jährige Rückkehrerin aus Syrien. Die deutsche Staatsangehörige Derya Ö. sei hinreichend verdächtig, Mitglied der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) gewesen zu sein, teilte der Generalbundesanwalt am Mittwoch mit.

Außerdem wirft er der Frau einen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie Verstöße gegen das Völkerrecht vor.

Derya Ö. schloss sich im Februar 2014 in Syrien der ausländischen terroristischen Vereinigung ’Islamischer Staat (IS)’ an. Dort heiratete sie nach islamischem Ritus einen Kämpfer der Terrororganisation“, heißt es in der Anklageschrift. Zu diesem habe sie bereits vor ihrer Ausreise aus Deutschland über das Internet Kontakt gehabt.

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„In der Folgezeit lebte Derya Ö. mit ihrem Ehemann in vom IS besetzten Gebieten in Syrien und im Irak. Dort hatte die Terrororganisation Wohnhäuser unter ihre Verwaltung gestellt, nachdem deren rechtmäßige Bewohner vor den Truppen des IS geflohen oder von ihnen vertrieben worden waren“, so die Anklageschrift weiter.

Kalaschnikows und Sprengstoffgürtel

„Die Angeschuldigte erhielt mit ihrer Familie zunächst Wohnungen in einzelnen dieser Wohnhäuser und später eines dieser Wohnhäuser zur kostenlosen Nutzung. Derya Ö. führte den Haushalt und betreute das Kind der Eheleute.“

Von ihrem Ehemann soll die Angeschuldigte den Umgang mit vollautomatischen Kriegswaffen erlernt haben. „Zudem besaß sie während ihrer Zeit beim IS einen für ein Selbstmordattentat geeigneten Sprengstoffgürtel“, so die Ankläger. „Einen solchen Sprengstoffgürtel bot sie auch über einen Messengerdienst zum Verkauf an.“

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2017 wurde die Frau im türkisch-syrischen Grenzgebiet festgenommen. Im August 2017 wurde sie aus der Türkei nach Deutschland abgeschoben. Dort soll „Derya Ö.“ wieder als Escort-Girl gearbeitet haben, wie schon vor ihrer Ausreise nach Syrien.

Die „Bild“-Zeitung machte die Geschichte der Frau bekannt, begleitete sie monatelang mit einer Videokamera. Am 14. November 2018 wurde „Derya Ö“ schließlich festgenommen.

Von RND/ani

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