Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Länder fordern vom Bund mehr Geld für die Bahn
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Länder fordern vom Bund mehr Geld für die Bahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:32 10.01.2011
Nach dem Schneechaos bei der Bahn fordern die Länder ein Investitionsprogramm für Züge und Gleise. Quelle: dpa
Anzeige

Nach dem Winterchaos auf der Schiene haben die Länder am Montag vom Bund einstimmig mehr Geld für einen besseren Bahnbetrieb verlangt. Sie schlossen sich einem Vorschlag Niedersachsens an, der einen Zugriff auf die Gewinnabführung der Deutschen Bahn nur dann vorsieht, wenn der Bund nicht anderweitig genug Geld bereitstellt.

Das sagte Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) nach einem Ministertreffen in Berlin. Zuvor hatte es zwischen Bund und Ländern Streit über eine mögliche Verwendung der ab 2011 geplanten Gewinnabführung der Bahn gegeben. Im Gespräch sind jährlich 500 Millionen Euro zur Behebung der Winterprobleme.

Anzeige

Bahnchef Rüdiger Grube habe für extreme Wetterlagen einen Notfallfahrplan und eine bessere Information der Reisenden zugesichert, sagte Bode. Bei schneeblockierten Weichen solle künftig mehr Personal als bislang bereitstehen, um die Züge wieder rollen zu lassen. Außerdem solle beim Eisenbahnbundesamt auf die schnellere Zulassung neuer Züge gedrungen werden, die von der Bahn bereits gekauft worden seien, aber noch nicht eingesetzt werden könnten. Wie Bode sagte, räumte Grube ein, dass die Bahn auch auf Verschleiß gefahren sei.

Die private NordWestBahn (NWB) mit Sitz in Osnabrück drohte der Bahn angesichts des schlechten Unterhalts der Strecken unterdessen mit der Zurückhaltung einer Millionenzahlung für die Nutzung der DB-Gleise. Teils hätten Züge wegen eingefrorener Weichen das Depot gar nicht verlassen können, oder Reisende hätten wegen nur teilweise geräumter Bahnsteige nur in einen Abschnitt eines Zuges einsteigen können. Teils hätten Züge morgens nicht rechtzeitig starten können, weil die Bahnarbeiter die Stellwerke nicht rechtzeitig erreicht hätten. Deshalb forderte die NWB im Winter einen früheren Dienstantritt des DB-Personals.

Auch auf den elektrifizierten Strecken im Netz der Regio-S-Bahn rund um Bremen sei es zur Jahresende zu massiven Störungen der Infrastruktur gekommen. So fielen wichtige Stellwerke an größeren Stationen wie Delmenhorst aus, die Hubbrücken über die Hunte in Oldenburg und Elsfleth waren über Stunden eingefroren und zahlreiche Weichen morgens festgefroren.

dpa