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Deutschland / Welt Lafontaine: Bundeswehreinsatz erhöht Anschlagsgefahr in Deutschland
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Lafontaine: Bundeswehreinsatz erhöht Anschlagsgefahr in Deutschland
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19:05 08.09.2009
Oskar Lafontaine fordert den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
Oskar Lafontaine fordert den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Quelle: ddp
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Deshalb fordere er die anderen Parteien im Bundestag auf, eine Kehrtwende zu machen und sich mit der Linken für einen Rückzug aus Afghanistan einzusetzen oder zumindest ein konkretes Datum dafür festzulegen.

Linksfraktionschef Gregor Gysi betonte, dass mittels Krieg niemals Terrorismus bekämpft werden könne. Sobald Menschen sterben würden, entwickelte sich bei den Angehörigen Hass. „Dieser Hass wird dann von den Bin Ladens genutzt um neue Kämpfer zu rekrutieren“, sagte Gysi. So käme es dann zu neuen Anschlägen. Lafontaine sprach in diesem Zusammenhang von der in Afghanistan herrschenden Blutrache, wonach Angehörige ihre Verwandten rächen müssten.

Weiter verwies Gysi darauf, dass es nicht die Bundeswehr sein sollte, die die Taliban aus Afghanistan vertreibe. Vielmehr müssten das die Afghanen selbst und nur mit Hilfe von anderen tun, um sich selbst zu befreien. Statt des Einsatzes der Bundeswehr bräuchte Afghanistan „Frieden und sehr viel Entwicklungszusammenarbeit und Diplomatie“, sagte Gysi weiter.

Im Hinblick auf die zeitgleich zur Kundgebung stattfindende Einweihung eines Ehrenmals für die Bundeswehr regte Gysi an, dass es „doch mal ein neuer Ansatz“ wäre, ein Mahnmal für getötete Zivilisten zu errichten.

ddp

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