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Deutschland / Welt Lage im Süden Kirgistans etwas entspannter
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09:53 17.06.2010
Flüchtlinge: Auf kirgisischer Seite hoffen noch Zehntausende Menschen auf Zuflucht in Usbekistan. Quelle: dpa
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Eine Woche nach Beginn der blutigen Unruhen im Süden Kirgistans hat sich die Lage nach Regierungsangaben etwas beruhigt. Trotz vereinzelter Schusswechsel in einigen Regionen im Süden, stabilisiere sich die Situation in der größten Stadt Osch, sagte der Vizechef der Übergangsregierung Asimbek Beknasarow am Donnerstag in Bischkek. Allerdings sei die Lage an der Grenze zu Usbekistan mit Zehntausenden Menschen in Flüchtlingslagern weiter besorgniserregend. Bei den seit einer Woche dauernden ethnischen Zusammenstößen waren nach offiziellen Angaben etwa 200 Menschen getötet worden. Das Rote Kreuz spricht hingegen von Hunderten Opfern und einer „humanitären Krise“.

Usbekistan hat seine Grenze geschlossen, weil die Kapazitäten wegen der Aufnahme von bisher 75.000 Angehörigen der usbekischen Minderheit nach Regierungsangaben erschöpft sind. Helfer berichten, dass auf kirgisischer Seite noch Zehntausende Menschen auf Zuflucht in Usbekistan hoffen. Internationale Hilfsorganisationen haben mit der Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten in die Region begonnen.

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Nach Darstellung der Übergangsregierung in Bischkek strecken immer mehr Menschen im Süden die Waffen. Eine Untersuchungskommission solle die Straßenschlachten, Morde und Pogrome der vergangenen Tage aufarbeiten, sagte Beknasarow. Zahlreiche Provokateure seien festgenommen worden, unter ihnen auch mehrere Heckenschützen. Sie stehen im Verdacht, im Auftrag der Familie des Anfang April gestürzten Präsidenten Kurmanbek Bakijew die Krawalle angezettelt zu haben. Ihr Ziel sei die Destabilisierung der Lage im Land gewesen. Beknasarow betonte erneut, dass die Volksabstimmung über eine neue demokratische Verfassung wie geplant am 27. Juni ablaufen solle.

Weitere Hilfen für Flüchtlinge in Kirgistan treffen ein

Im Grenzgebiet von Kirgistan und Usbekistan treffen weitere Hilfslieferungen für die zehntausenden Flüchtlinge ein. Am Donnerstagmorgen landete ein Flugzeug des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mit 40 Tonnen Energieriegel an Bord in Usbekistan, wie die Organisation mitteilte. Außerdem seien Decken, Zelte, Kochutensilien und Hygieneartikel zu den Flüchtlingen im Osten Usbekistans und Süden Kirgistans gebracht worden. Bereits am Mittwoch waren zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in der zentralasiatischen Region gelandet, vier weitere sollten bis Ende der Woche folgen.

dpa / afp

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