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Deutschland / Welt Lammert prangert Managerbezüge an
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Lammert prangert Managerbezüge an
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18:14 16.07.2012
Bundestagspräsident Norber Lammert hat zu hohe Manager-Gehälter scharf kritisiert. Quelle: dpa
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Berlin

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat hohe Managergehälter in der deutschen Wirtschaft scharf angeprangert. Es gebe „seit Jahren einen fröhlichen Überbietungswettbewerb, der nicht immer mit stichhaltigen Begründungen die Unvermeidlichkeit einer Einkommensspirale nach oben vortäuscht“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). „Ich bin gelegentlich fassungslos über die Gedankenlosigkeit oder die Skrupellosigkeit, mit der solche Ansprüche geltend gemacht und durchgesetzt werden“. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) lehnte staatliche Obergrenzen für Managerbezüge ab.

Im Einzelfall gebe es tatsächlich zu hohe Gehälter, sagte Kauder am Montag in Berlin. Bezüge würden jedoch von den Aufsichtsräten festgelegt. Dabei wundere er sich manchmal schon, in welchen Größenordnungen auch Vertreter der Gewerkschaften zustimmten und sich dann in Diskussionen später wegduckten. Der CDU-Politiker betonte aber, ein Eigentümer könne bestimmen, was er leitenden Angestellten zahle. „Dass wir Managergehälter begrenzen und damit einen Eingriff in das verbriefte Eigentumsrecht machen, sehe ich überhaupt nicht.“

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Lammert kritisierte gigantische Einkommensunterschiede selbst zwischen erster und zweiter Leitungsebene in Unternehmen. „Das ist nicht zu rechtfertigen, schon gar nicht mit entsprechenden Leistungs- und Verantwortungsdifferenzen. Das ist die Verselbstständigung der Gehaltsfindung, die den Verdacht der Selbstbedienung nahe legt.“ Dass Selbstverpflichtungen wirklich ernst genommen würden, sei nicht sein Eindruck. Der Bundestagspräsident sagte dennoch, er bevorzuge „eine nichtgesetzliche Regelung, die begründete Flexibilitäten erlaubt“. Wenn Verpflichtungen in der Realität „leerliefen“, wachse aber der Druck zu gesetzlichen Regelungen.

Enorm hohe Managerbezüge lösen seit Jahren immer wieder Ärger bei Aktionärsvertretern, Gewerkschaften und in der Politik aus. Zuletzt wurde etwa Kritik am Gehalt von VW-Chef Martin Winterkorn laut, der mit rund 17 Millionen Euro für 2011 Spitzenverdiener der Konzernbosse in Deutschland war. Inzwischen sind börsennotierte Firmen gesetzlich verpflichtet, die individuellen Bezüge ihrer Vorstandsmitglieder zu veröffentlichen. Die Hauptversammlung kann mit Dreiviertel-Mehrheit beschließen, dass einzelne Gehälter geheimbleiben. Mehrere deutsche Topmanager hatten im Frühjahr für freiwillige Obergrenzen plädiert.

dpa

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