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Deutschland / Welt Leichen der vermissten Deutschen in Afghanistan gefunden
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Leichen der vermissten Deutschen in Afghanistan gefunden
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11:17 05.09.2011
Mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden von zwei Deutschen in Afghanistan sind nach Angaben der örtlichen Behörden die Leichen der Entwicklungshelfer gefunden worden. Quelle: dpa
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Kabul

Mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden von zwei Deutschen in Afghanistan sind nach Angaben der örtlichen Behörden die Leichen der Entwicklungshelfer gefunden worden. Dorfbewohner hätten die Toten im Gebirge entdeckt, sagte die Sprecherin der Regierung der Provinz Parwan, Roshana Chalid. Die Todesursache sei noch nicht bekannt. „Wir schicken ein Team in die Gegend, um die Leichen zurückzubringen.“ Die beiden Entwicklungshelfer aus Kabul waren vor mehr als zwei Wochen beim Wandern in Parwan nicht mehr zurückgekehrt.

Beim Auswärtige Amt in Berlin gab es für den Tod der beiden Männer zunächst keine Bestätigung. Ein Ministeriumssprecher sagte: „Wir gehen allen Hinweisen nach.“ Die afghanische Polizei hatte über eine Entführung der Deutschen spekuliert, die auch das Auswärtige Amt nicht ausgeschlossen hatte.

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Deutsche Sicherheitskreise hatten allerdings nach dpa-Informationen bis zuletzt keine Erkenntnisse darüber, dass die beiden Bundesbürger verschleppt wurden. Weder die Taliban noch kriminelle Gruppen bekannten sich zu einer Entführung. Für möglich gehalten wurde auch ein Bergunfall.

Die Deutschen waren am Freitag vor gut zwei Wochen beim Wandern im Hindukusch-Gebirge nördlich von Kabul spurlos verschwunden. Nach dpa-Informationen war einer von ihnen - ein 59-Jähriger aus Baden-Württemberg - für die staatliche deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) tätig. Der zweite Mann, ein 69-Jähriger aus Sachsen, gehört demnach einem christlichen Hilfswerk an.

Für GIZ-Mitarbeiter in dem instabilen Land gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen, die auch in der Freizeit greifen. Ihre Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt. Nicht-staatliche Hilfswerke haben oftmals weniger strikte Bestimmungen.

Die Provinz Parwan gilt für afghanische Maßstäbe als relativ ruhig. Im vergangenen Monat hatten Aufständische allerdings den Sitz des Gouverneurs angegriffen, 19 Menschen wurden getötet.

Vor vier Jahren hatte die Entführung von zwei deutschen Bauingenieuren wochenlang Schlagzeilen gemacht. Sie waren im Juli 2007 verschleppt worden. Die Kidnapper erschossen eine der beiden Geiseln. Der zweite Ingenieur kam nach 85 Tagen Geiselhaft frei.

dpa/kas