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Deutschland / Welt Liberias Ex-Präsident Taylor schuldig gesprochen
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14:19 26.04.2012
Foto: Liberias früherer Präsident Charles Taylor vor dem Sondertribunal.
Liberias früherer Präsident Charles Taylor vor dem Sondertribunal. Quelle: dpa
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Den Haag

Liberias Ex-Präsident Charles Taylor ist am Donnerstag als erstes Staatsoberhaupt seit den Nürnberger Prozessen von einem internationalen Tribunal der Kriegsverbrechen mitschuldig befunden worden. Er musste sich als einer der Hauptverantwortlichen für Gräueltaten während des Bürgerkriegs im Nachbarland Sierra Leone (1991-2002) verantworten, denen nach Schätzungen mehr als 120 000 Menschen zum Opfer fielen.

Das Gericht sei zweifelsfrei zu dem Schluss gekommen, dass der Angeklagte „strafrechtlich verantwortlich ist für Hilfe und Begünstigung“ bei schweren Verbrechen wie Mord, Vergewaltigung und Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten, erklärte Richter Richard Lussick aus Samoa. Taylor habe „wesentlichen Einfluss“ auf die blutrünstigen Rebellen im Nachbarland gehabt. Allerdings habe er sie im Gegensatz zu den Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft nicht vollständig kontrolliert.

Die Anklage hatte Taylor vorgeworfen, als Präsident Liberias die äußerst brutale Rebellentruppe „Revolutionäre Vereinigte Front“ (RUF) in Sierra Leone ausgehalten und kontrolliert zu haben. Für Waffenlieferungen an die Rebellen, die tausenden Zivilisten Gliedmaßen abhackten, ließ er sich mit geraubten Edelsteinen bezahlen, sogenannten Blutdiamanten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Taylor solche Edelsteine für umfangreiche Hilfeleistungen erhalten hat.

Das Strafmaß muss der in Leidschendam unweit von Den Haag tätige Sondergerichtshof für Sierra Leone noch festlegen. Taylor droht lebenslange Haft. In dem Kriegsverbrecher-Prozess, der im Juni 2007 begann und unter anderem durch Zeugenaussagen des britischen Models Naomi Campbell sowie der US-Schauspielerin Mia Farrow Aufsehen erregte, war Taylor in insgesamt elf Punkten angeklagt. Er hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen und sich als Opfer einer internationalen Intrige dargestellt.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

26.04.2012
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Stefan Koch 25.04.2012