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Deutschland / Welt Libyscher Militär-Konvoi erreicht Niger
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12:02 06.09.2011
Foto: Ein großer Militärkonvoi hat Niger erreicht.
Möglicherweise hat al-Gaddafi mit einem Militär-Konvoi sein Land verlassen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Niger

Über den möglichen Aufenthaltsort von Libyens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi gibt es neue Spekulationen. Ein großer libyscher Militärkonvoi ist nach Medienberichten im südlichen Nachbarland Niger eingetroffen. Der Konvoi „mit 200 Fahrzeugen“ habe am Dienstag die Stadt Agadez erreicht, berichtete der Fernsehsender Al-Arabija unter Berufung auf Militärquellen. Arabische Sender spekulierten, dass der bisherige Machthaber Muammar al-Gaddafi mit dem Konvoi sein Land verlassen haben könnte.

Diverse Medien stellten die Vermutung auf, dass Gaddafi über Niger versuchen könnte, das südwestliche Nachbarland Burkina Faso zu erreichen. Das westafrikanische Binnenland hatte dem abgesetzten Staatschef Asyl angeboten. Die Berichte überkreuzten sich mit anderen Meldungen aus der Nacht zum Dienstag, wonach sich Gaddafi noch in Libyen aufhalten soll. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira hatte berichtet, er sei noch im Land. Das habe sein Sprecher Mussa Ibrahim einer TV-Station in Syrien gesagt. Dem 69-jährigen Gaddafi gehe es demnach gesundheitlich ausgezeichnet und er sei guter Stimmung.

Hoffnung auf friedliche Lösung im Kampf um Bani Walid

Im Kampf um eine der letzten Hochburgen des Ex-Diktators gab es am Dienstag neue Hoffnung auf eine friedliche Lösung. Die Aufständischen erwarteten nach einem Medienbericht nun doch eine kampflose Übernahme der Wüstenstadt Bani Walid. In Verhandlungen mit Anhängern des früheren Machthabers sei eine grundsätzliche Einigung erzielt worden, berichtete Al-Dschasira am Dienstag.

Demnach könnten Rebellenkämpfer in die Stadt einrücken, ohne dass Widerstand geleistet werde. Die Einigung müsse aber noch endgültig bestätigt werden. Dann könnten die Aufständischen die Stadt noch am Dienstag unter ihre Kontrolle bringen. Der Verhandlungsführer der Rebellen, Abdullah Kenshil, sagte der BBC: „Wir wollen kein Risiko für die Bevölkerung eingehen.“

Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, hatten die Rebellen den Gaddafi-treuen Kämpfern in Bani Walid eine Gnadenfrist zur Kapitulation bis Samstag eingeräumt. Um den Druck auf die Gaddafi-Loyalisten zu erhöhen, hatte der Übergangsrat Hunderte Kämpfer vor Bani Walid zusammengezogen. Die Stadt liegt rund 150 Kilometer südöstlich von Tripolis. Berichten zufolge sollen Gaddafis Söhne Saif al-Islam und Mutassim eine friedliche Lösung in Bani Walid verhindert haben, ehe sie vor ein paar Tagen aus der Stadt abgezogen seien.

dpa

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