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Deutschland / Welt Licht aus in Varel
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20:59 03.09.2009
Von Saskia Döhner
Stromfresser? Kommunen wollen bei der Straßenbeleuchtung sparen. Quelle: ddp (Archiv)

Jede dritte Straßenlaterne in Niedersachsen ist älter als 20 Jahre – und damit ein echter Stromfresser.

Viele Städte rüsten jetzt um, andere schalten nachts jede zweite Lampe ab. Den Ratsherren in Varel ging das nicht weit genug: Seit Anfang Juli werden in der 25.000-Einwohner-Stadt am Jadebusen zwischen Wilhelmshaven und Nordenham um Mitternacht alle 3500 Straßenlaternen ausgeschaltet. Bis fünf Uhr morgens bleibt es dunkel – zum Ärger vieler Bürger.

Rund 50.000 Euro sollen durch die Verdunkelung jährlich eingespart werden. Das sei bei einem Defizit von 15 Millionen Euro auch bitter nötig, meint der CDU-Fraktionschef im Stadtrat, Ingo Langer. Für die Licht-Aus-Aktion hat sich die Union mit FDP und Grünen in einer „Jamaika-Koalition“ zusammengefunden.

Rechtzeitig vor Beginn der dunklen Jahreszeit aber machen jetzt die Bürger mobil gegen die staatlich angeordnete Verdunkelung: Mit Fackeln zogen sie in dieser Woche durch ihre Stadt.

„Es geht um die Sicherheit“, betont die Initiative „Licht für Varel“. Sie hat schon bereits mehr als 3000 Unterschriften gegen die Sparaktion gesammelt. Schichtarbeiter, Zeitungsausträger, aber auch Touristen lasse die Stadtverwaltung buchstäblich im Dunkeln stehen. „Die Gäste wollen doch nicht Kurtaxe zahlen und dann nachts mit Taschenlampen rumlaufen müssen“, schimpft eine Aktivistin aus Varel. Irrwitzig findet der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD), der selbst im benachbarten Dangast lebt, die Lampen-idee der Kommunalpolitiker.

Sparen könne die Stadt auch auf ganz andere Weise, sagt Gertrud Rädicker aus Varel, die für mehr Licht streitet. Etwa indem sie – wie auch in den vergangenen drei Jahren – weiterhin auf einen Ersten Stadtrat mit einem Jahresgehalt von rund 75.000 Euro verzichtet oder die Straßenlaternen mit Energiesparlampen ausstattet.

Beim Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund reagiert man zurückhaltend auf die Sparpläne aus Varel. „Es kann sein, dass sich das Abschalten für Kommunen irgendwann gar nicht mehr lohnt, wenn sie ihre Straßenbeleuchtung komplett auf Ökolampen umstellen“, sagt Joachim Vollmer, Experte beim Städte- und Gemeindebund. Als vorbildlich gilt hier eine neue Technik, wie sie die Gemeinde Hinte bei Emden erprobt: Per Anruf können die Bürger die 1100 Straßenlaternen selbst an- und ausschalten.

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