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Deutschland / Welt Linker Kandidat gewinnt in El Salvador
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Linker Kandidat gewinnt in El Salvador
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08:31 16.03.2009
Politischer Richtungswechsel in El Salvado. Quelle: afp/Yuri Cortez
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Er erklärte sich am Sonntagabend zum Wahlsieger. Der rechtsgerichtete Kandidat Rodrigo Avila räumte seine Niederlage ein, er kam auf 48,7 Prozent der Stimmen.

Er wolle der wahre Präsident des wahren Wiederaufbaus des Landes sein, erklärte Funes. Sein Ziel sei es, aus El Salvador die dynamischste Wirtschaft Lateinamerikas zu machen. In zahlreichen Städten des Landes gingen Anhänger der FMLN auf die Straße, um den Wahlsieg zu feiern. Mit dem Wahlsieg von Funes endet die Herrschaft des rechten Lagers nach zwei Jahrzehnten. Die rechtsgerichtete Republikanisch-nationalistische Allianz (Arena) erkenne den Willen des Volkes an, sagte der Wahlverlierer Avila.

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Nach Angaben der EU-Wahlbeobachter-Mission verlief die Wahl ohne Zwischenfälle. Während des mit harten Bandagen geführten Wahlkampfs waren mehrere Menschen verletzt worden. Rund 4,3 Millionen Stimmberechtigte waren zur Wahl des neuen Präsidenten aufgerufen, der am 1. Juni die fünfjährige Amtszeit antreten soll. Der bisherige Amtsinhaber Elias Antonio Saca durfte gemäß der Verfassung nicht erneut kandidieren.

Der Wahlkampf in dem zentralamerikanischen Land war geprägt vom ideologischen Richtungsstreit Links gegen Rechts. Avila warnte, Funes wolle einem „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ den Weg bereiten, wie ihn Venezuelas Staatschef Hugo Chávez predige. Diese Entwicklung habe sich bereits in Nicaragua und Honduras mit den Staatschefs Daniel Ortega und Manuel Zelaya vollzogen.

Funes hingegen betonte seine Unabhängigkeit von Chávez und versicherte, El Salvador werde auch unter seiner Regierung ein überzeugter Verbündeter der USA bleiben. In Washington warnte eine Gruppe von 46 US-Parlamentariern dennoch in einem Brief an Außenministerin Hillary Clinton, ein Sieg von Funes würde „potenzielle Gefahren für unsere nationale Sicherheit“ bedeuten.

Die USA hatten während des 1992 beendeten Bürgerkriegs in El Salvador das rechtskonservative Lager unterstützt. Sie haben zudem weiterhin großen wirtschaftlichen Einfluss auf das Land. Das Handelsbilanzdefizit von El Salvador betrug vergangenes Jahr 5,2 Milliarden Dollar. Außerdem kämpft das Land mit einer Arbeitslosenrate von 40 Prozent. Rund ein Drittel der gut 5,7 Millionen Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze.

In Lateinamerika hat das linke politische Lager in den vergangenen Jahren deutlich an Einfluss gewonnen. Neben dem bereits seit zehn Jahren in Venezuela amtierenden Chávez sind unter anderem in Bolivien mit Evo Morales, in Ecuador mit Rafael Correa und in Paraguay mit Fernando Lugo linksgerichtete Staatschefs an der Macht.

afp