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Deutschland / Welt Mehr als 40 Tote bei Anschlag auf schiitische Pilger
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mehr als 40 Tote bei Anschlag auf schiitische Pilger
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18:10 05.02.2010
Im Irak sind bei einem Anschlag mindestens 27 Menschen gestorben. Quelle: dpa
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In den vergangenen Wochen waren Millionen Menschen in den Wallfahrtsort gereist, wo das schiitische Arbain-Fest am Freitag seinen Höhepunkt erreichte.

Die Granate sei in eine Gruppe Menschen eingeschlagen, als nach der Zeremonie die ersten Menschen Kerbela verließen, teilte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums der Provinz mit. Die Granate wurde den Angaben zufolge von einer ländlichen Region nordöstlich von Kerbela aus abgefeuert. Ein Vertreter des Innenministeriums sprach dagegen von zwei Autobomben. Der Provinzgouverneur machte das Terrornetzwerk El Kaida und Anhänger des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein für den Anschlag verantwortlich.

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Kerbela liegt rund 110 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad. Mehr als eine Million Pilger aus der ganzen Welt nahmen am Freitag an der Trauerzeremonie teil, die den letzten Tag des Arbain-Festes markierte. Bei der Prozession trugen die Pilger schwarze Kleidung und hielten Fahnen mit dem Bild der von ihnen verehrten Imams Hussein in den Händen.

In den vergangenen Wochen waren mehrere Millionen Menschen nach Kerbela gepilgert. Darunter waren auch etwa 100.000 Pilger aus dem Ausland. Die Tradition sieht eigentlich vor, dass die Gläubigen zu Fuß nach Kerbela pilgern. Bei der Rückreise gibt es deshalb immer wieder Probleme, weil nicht genügend Verkehrsmittel für alle zur Verfügung stehen.

Aus Angst vor Anschlägen waren bei dem Fest rund 30.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Am Montag und Mittwoch waren bei Selbstmordanschlägen jedoch bereits 64 Menschen getötet und mehr als 250 weitere verletzt worden.

Das Arbain-Fest findet vierzig Tage nach dem Aschura-Fest statt, an dem die schiitischen Muslime an den Tod des Enkels des Propheten Mohammed, Imam Hussein, erinnern. Er war im Jahr 680 von den Truppen des sunnitischen Kalifen Jasid in der Schlacht bei Kerbela getötet worden. Das Ereignis führte zum endgültigen Bruch zwischen Schiiten und Sunniten im Islam.

afp