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Deutschland / Welt Merkel besucht deutsche Soldaten in Afghanistan
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18:30 06.04.2009
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Franz Josef Jung besuchen im afghanischen Kundus verwundete afghanische Polizisten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Franz Josef Jung besuchen im afghanischen Kundus verwundete afghanische Polizisten. Quelle: Michael Kappeler/ddp
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Bei dem nicht angekündigten Besuch im nördlichen Kundus wurde sie von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) begleitet. Kurz nach ihrem Aufenthalt in Kundus wurden dort Angriffe auf die Bundeswehr verübt, bei denen aber keiner zu Schaden kam.

Merkel befürwortet auch weiterhin Bundeswehr-Truppen in Afghanistan. Der Norden des Landes brauche auch noch in den nächsten Jahren die Präsenz der Bundeswehr, sagte sie im Bundeswehr-Hauptquartier in Masar-i-Scharif. Die Afghanen seien auch im Norden des Landes noch nicht in der Lage, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen.

Zuvor hatte Merkel das Regionale Wiederaufbauteam (PRT) der Bundeswehr in Kundus besucht. Die Kanzlerin wurde über die Sicherheitslage vor Ort informiert und besuchte den Ehrenhain, der an acht beim Einsatz in Kundus ums Leben gekommene deutsche Soldaten erinnert. Merkel hob hervor, dass die Soldaten auch im Norden Afghanistans eine gefährliche Mission erfüllten.

Unmittelbar nach Merkels Besuch in Kundus wurden zwei Raketen auf das deutsche Wiederaufbauteam abgefeuert. Die Geschosse schlugen nach Angaben des Einsatzführungskommandos aber außerhalb des deutschen Geländes ein. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden und auch kein Sachschaden entstanden.

Gespräche mit der afghanischen Regierung standen nicht auf ihrem Besuchsplan, wie ein Regierungssprecher in Berlin sagte. Die Kanzlerin habe am Sonntag mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai telefoniert und ihn über den NATO-Gipfel am Freitag und Samstag unterrichtet.

Merkels Afghanistan-Reise war nicht angekündigt worden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Berlin, auch er sei wohl aus Sicherheitsgründen erst am Sonntag über die Reisepläne informiert worden. "Andere Motive unterstelle ich nicht," fügte er hinzu. Die Bundeswehr ist mit 3500 Soldaten an der internationalen Afghanistan-Truppe ISAF beteiligt.

afp