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Deutschland / Welt Merkel dankt Walesa und Gorbatschow
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Merkel dankt Walesa und Gorbatschow
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17:37 09.11.2009
Auf der Bornholmer Brücke: Merkel bedankt sich bei Walesa und Gorbatschow (Mitte) für Mut und Ermutigung. Quelle: afp
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Auf der sogenannten Bösebrücke am früheren Grenzübergang Bornholmer Straße, wo am Abend des 9. November 1989 zuerst die Grenze geöffnet wurde, trafen Michail Gorbatschow, Lech Walesa und Angela Merkel mit ehemaligen DDR-Bürgerrechtlern und Zeitzeugen der Grenzöffnung zusammen.

Der Mauerfall sei das „Ergebnis einer langen Geschichte von Unfreiheit und vom Kampf gegen die Unfreiheit“ gewesen, sagte die Kanzlerin in einer kurzen Ansprache auf der Brücke. „Bevor das Glück der Freiheit kam, haben viele auch gelitten.“ So habe etwa die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR "zumindest damals meine Fantasie überschritten“.

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Mit Blick auf Polens Ex-Präsident Walesa würdigte Merkel die Solidarnosc als Wegbereiterin für die Wende in der DDR. Die Gewerkschaftsbewegung in Polen sei eine „mutige Erhebung“ und „eine unglaubliche Ermutigung“ für die Menschen in der damaligen DDR gewesen. An Gorbatschow gewandt sagte die Kanzlerin: „Sie haben mutig die Dinge geschehen lassen, und das war viel mehr, als wir erwarten konnten. Ein herzliches Dankeschön dafür.“

Auf der Brücke am S-Bahnhof Bornholmer Straße sei vor 20 Jahren etwas „Weltgeschichtliches passiert“, sagte der frühere Beauftragte für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, bei dem symbolischen Spaziergang, an dem auch seine Nachfolgerin Marianne Birthler, Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) teilnahmen. Die Regierenden in der DDR hätten damals vorgehabt, „ein Ventil zu öffnen“, sagte Gauck. „Aber als es offen war, ist viel mehr passiert.“

Die Kanzlerin verbindet mit der früheren Grenzbrücke zwischen den damaligen Berliner Stadtteilen Prenzlauer Berg im Osten und Wedding im Westen auch persönliche Erinnerungen: Merkel war vor 20 Jahren selbst über den Grenzübergang am S-Bahnhof Bornholmer Straße in den Westen gegangen.

afp