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Deutschland / Welt Merkel spricht erstmals von Krieg in Afghanistan
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Merkel spricht erstmals von Krieg in Afghanistan
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14:38 07.04.2010
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Quelle: dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilt die Einschätzung ihres Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), dass man die Afghanistan-Mission der Bundeswehr umgangssprachlich als Kriegseinsatz bezeichnen kann. Diese Formulierung habe der Minister „in Rücksprache mit dem Bundeskanzleramt“ gewählt, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans am Mittwoch in Berlin. Guttenberg hatte die neue Einstufung am Sonntag nach den blutigen Gefechten von Kundus vorgenommen, bei denen drei Bundeswehrsoldaten getötet und acht verletzt wurden.

Vizekanzler Guido Westerwelle sagte zu Klagen über eine mangelnde Ausrüstung und Ausbildung der Bundeswehrsoldaten, solche wehrtechnischen Fragen wolle und könne er als Außenminister nicht kommentieren. „Ich kann nur eines sagen: Die Bundesregierung bemüht sich nach besten Kräften, dass unsere Frauen und Männer in Afghanistan bestmöglich ausgestattet sind. Wenn da aber neue Fragen auftauchen, wenn da Mängel gesehen werden von Experten und von Kollegen, dann ist es ganz selbstverständlich, dass jeder dieser Fragen nachgegangen wird“, sagte der FDP-Chef am Mittwoch vor seinem Abflug zu einer fünftägigen Afrikareise.

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Zu Forderungen nach Aufrüstung der Bundeswehr in Afghanistan äußerte sich die Bundesregierung zurückhaltend. Eine Verlegung schwerer Geschütze wie der Panzerhaubitze 2000 und des Kampfpanzers „Leopard 2“ sei im Moment nicht geplant, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Steffen Moritz. Wann der Kampfhubschrauber „Tiger“ einsatzfähig sein wird, konnte er nicht sagen. Neun Exemplare werden derzeit von der Bundeswehr getestet. Frankreich hat bereits drei „Tiger“ nach Afghanistan geschickt.

Moritz betonte, am blutigen Karfreitag hätten weder Kampfhubschrauber noch schwere Panzergeschütze eingesetzt werden können, weil man eine Gefährdung der Zivilbevölkerung nicht ausschließen konnte. Das Gefecht fand am Rande einer Ortschaft statt. Die Taliban verschanzten sich dabei teilweise in Häusern und Gehöften.

dpa/ap

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