Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Merkel würdigt Beitrag der Bürgerrechter und Kirchen zum Mauerfall
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Merkel würdigt Beitrag der Bürgerrechter und Kirchen zum Mauerfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:54 07.11.2009
Bundeskanzlerin Angel Merkel (CDU) Quelle: ddp
Anzeige

Dies sagte Merkel am Sonnabend in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Die Kirchen in der DDR seien „mutige Begleiter in der Phase der Montagsdemonstrationen und Friedensgebete“ gewesen und hätten Schutz gegeben, um Meinungsfreiheit leben zu können.

Merkel sagte, der 9. November 1989 sei „der glücklichste Tag der jüngeren deutschen Geschichte“. Mit der Maueröffnung vor 20 Jahren sei der Weg für die deutsche Einheit gebahnt worden. „Dieser Tag hat das Leben vieler Menschen verändert - auch mein Leben“, betonte Merkel.

Anzeige

Zu den zentralen Feierlichkeiten am Jahrestag des Mauerfalls am 9. November in Berlin wird Merkel Staatsgäste aus aller Welt empfangen, darunter US-Außenministerin Hillary Clinton und den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, außerdem zahlreiche europäische Staats- und Regierungschefs sowie den früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow. „Es wird ein sehr bewegender Tag für viele Menschen in Deutschland sein“, sagte Merkel. „Wir Deutschen werden unseren Nachbarn und den Alliierten nicht vergessen, dass der Weg zur Deutschen Einheit möglich wurde.“

Zugleich sprach sich Merkel dagegen aus, einen Schlussstrich unter das Kapitel DDR zu ziehen. „Einen Schlussstrich ziehen zu wollen, heißt, etwas verdrängen zu wollen“, sagte sie der „Leipziger Volkszeitung“ vom Sonnabend. Vielmehr müsse die Erinnerung an das Geschehene wachgehalten werden, um die Zukunft zu gestalten. „Das sind wir außerdem den vielen Opfern des SED-Regimes und auch kommenden Generationen schuldig“, sagte die Kanzlerin vor dem Hintergrund des Versöhnungsaufrufs von Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck. Der SPD-Politiker hatte nach der Koalitionsvereinbarung mit der Linkspartei zur Versöhnung auch mit der früheren SED und der Stasi aufgerufen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) unterstützte Platzecks Strategie der Versöhnung. „Für mich persönlich ist wichtig, dass wir im Umgang mit der Linkspartei ein Tabu wegnehmen“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kritisierte die rot-rote Koalition in Brandenburg hingegen als „nachträglichen Ritterschlag für ehemalige Stasi-Leute“. In der „BamS“ sagte er zur Brandenburger Koalition von SPD und Linkspartei, der auch ehemalige Stasi-Mitarbeiter angehören, er finde das „unerhört“.

Der frühere rheinland-pfälzische und spätere thüringische Ministerpräsident, Bernhard Vogel (CDU), forderte indes mehr Wertschätzung für den Glücksfall der Wiedervereinigung in Ost und West. In Westdeutschland fehle es an Dankbarkeit für die friedliche Revolution und im Osten an der Anerkennung für die beträchtliche materielle Hilfe, die die alten Länder in den vergangenen zwei Jahrzehnten geleistet hätten, sagte Vogel der „Rheinpfalz am Sonntag“.

AFP