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Deutschland / Welt Mieten steigen in Niedersachsen um zehn Prozent
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mieten steigen in Niedersachsen um zehn Prozent
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21:10 27.12.2010
Von Alexander Dahl
Auch in der List in Hannover sind die Mieten hoch. Quelle: Martin Steiner (Archiv)
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Die Mieten in Niedersachsens Städten steigen 2011 um bis zu zehn Prozent. „Viele Menschen kehren vom Land in die Stadt zurück; da wird der Wohnraum knapper – und eben auch entsprechend teurer“, erklärte am Montag Susanne Schönemeier, Verbandsjustiziarin des Mieterbundes Niedersachsen/Bremen, gegenüber dieser Zeitung.

Besonders gefragt sind Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen für Alleinstehende und Wohnungen, die fünf und mehr Zimmer haben, die gerade Familien nachfragen. Weniger gesucht sind Wohnungen in mittlerer Größe; für sie erwartet der Mieterbund auch keine Preissteigerung bei Neuvermietungen – gleiches gilt für Wohnungen in ländlichen Gegenden. „Da sind Vermieter oft schon froh, wenn sie überhaupt noch Interessenten finden“, betont Schönemeier. Weitgehend preisstabil seien bestehende Mietverträge. Für Hannover hat der Mieterbund eine durchschnittliche Nettokaltmiete von sechs Euro pro Quadratmeter ermittelt. Je nach Ausstattung der Wohnung und ihrer Lage im Stadtgebiet gibt es jedoch Schwankungen von vier bis maximal neun Euro. „Ist die Wohnung umfassend modernisiert, ist ein höherer Mietzins okay, schließlich spart man dann auch Nebenkosten, wie etwa für Heizung“, sagt die Justiziarin des Mieterbundes.

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Auch bundesweit soll der Mietzins im kommenden Jahr steigen – nach Einschätzung des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), der Dachorganisation deutscher Makler, um durchschnittlich 2,5 Prozent. „Grundsätzlich gilt: Je größer die Stadt und je besser die Lage, desto größer die Mietsteigerung“, sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick im Gespräch mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Hintergrund sei die wachsende Zahl der Haushalte. „Mehr Singles, mehr Patchwork-Familien – die demografische Keule droht uns in den kommenden 30 Jahren jedenfalls nicht“, betont Schick. Nach Einschätzung des IVD fehlen in Deutschland derzeit etwa 200 000 Wohnungen.

Bereits dieses Jahr verzeichneten einzelne Großstädte laut IVD starke Preissteigerungen bei Neuvermietungen. Spitzenreiter war Düsseldorf (plus 5,6 Prozent), gefolgt von Nürnberg (plus 4,8 Prozent) und Bremen (plus 3,3 Prozent). Der Mietzins bestehender Verträge verteuerte sich in einzelnen Städten 2010 um bis zu 2,2 Prozent. Die höchsten Durchschnittskaltmieten je Quadratmeter müssen aktuell in München (13,20 Euro), Düsseldorf (13 Euro) und Hamburg (12,60 Euro) gezahlt werden.