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Deutschland / Welt Schweden kann Flüchtlinge nicht mehr unterbringen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schweden kann Flüchtlinge nicht mehr unterbringen
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14:42 06.11.2015
Kann keine Unterkünfte mehr für Flüchtlinge garantieren: Der schwedische Migrationsminister Morgan Johansson. Quelle: dpa
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Stockholm

Neuankömmlinge hätten die Wahl, entweder nach Dänemark oder Deutschland zurückzukehren oder sich selbst eine Unterkunft zu suchen. "Wir haben die Grenze des Machbaren erreicht", sagte der Minister. Er hoffe, die Nachricht habe einen dämpfenden Effekt.

Inzwischen kommen täglich 1500 neue Asylbewerber in Schweden an. Darunter seien viele, die zuvor in Deutschland in Zelten untergebracht waren und sich angesichts der verschärften Aufnahmebedingungen entschieden hätten, nach Schweden weiter zu reisen, sagte Johansson. In der Region Rostock sollen sich nach Angaben der schwedische Einwanderungsbehörde 5000 Menschen aufhalten, die nach Schweden wollten. Die Behörde hatte früher am Tag an die Kommunen appelliert, mehr Plätze, zum Beispiel in Sporthallen, zur Verfügung zu stellen.

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Schweden verlangt Umverteilung

Schweden verlangt nun von anderen EU-Staaten die Aufnahme bereits eingereister Flüchtlinge. Nachdem bereits Griechenland und Italien durch die europaweite Verteilung entlastet werden, hat nun auch Schweden in Brüssel einen entsprechenden Antrag gestellt. Das bestätigte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel. Schweden sei das erste Land, das dies - neben den beiden Mittelmeerstaaten - getan habe. "Die schwedische Regierung hat die EU-Kommission über ihrem Wunsch informiert, bei der Verteilung berücksichtigt zu werden", teilte die EU-Behörde mit. Der Antrag sei am Donnerstag (5. November) eingegangen und werde geprüft.

Ende September hatten sich die EU-Länder gegen den Widerstand von vier mittel- und osteuropäischen Staaten auf die Verteilung von insgesamt 160 000 Migranten innerhalb von zwei Jahren geeinigt. Dabei geht es um Flüchtlinge, die vor allem in Griechenland und Italien angekommen sind. Da Ungarn, das ebenfalls entlastet werden sollte, dies ablehnte, ist noch ein Kontingent von 54.000 Personen frei.

In der Praxis läuft die Umverteilung aber nur sehr schleppend an. Nach neuen Zahlen der EU-Kommission wurden bislang lediglich 136 von geplanten 160 000 Migranten umverteilt. Schweden übernahm davon 38 aus Italien.

dpa