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Deutschland / Welt Mindestens 75 Tote bei Anschlag auf Sportplatz
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11:53 02.01.2010
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Die Terrorwelle in Pakistan hat mit einem verheerenden Selbstmordanschlag auf einem Sportplatz einen neuen Höhepunkt erreicht. Dabei wurden am Neujahrstag mindestens 75 Menschen getötet, wie die Polizei am Abend mitteilte. Mehr als 60 wurden verletzt.

Der Täter steuerte sein mit Sprengstoff beladenes Auto auf den Sportplatz in der nordwestpakistanischen Ortschaft Lakki Marwat, als dort gerade ein Volleyball-Turnier vor 300 Zuschauern stattfand. Die Wucht der Detonation brachte einige umliegende Häuser zum Einsturz.

Der Anschlag war vermutlich ein Racheakt islamischer Extremisten, weil Bewohnern von Lakki Marwat eine eigene Miliz zur Verteidigung gegen die Fundamentalisten gegründet haben. Lakki Marwat liegt in unmittelbarer Nähe von Nord- und Süd-Waziristan, zwei Zentren der Aufstandsbewegung. Im südlichen Teil haben die pakistanischen Streitkräfte im Oktober eine Großoffensive gegen Kämpfer von Taliban und Al Kaida begonnen. Seitdem sind mehr als 500 Menschen bei Bombenanschlägen ums Leben gekommen.

Bei zwei vermutlich amerikanischen Raketenangriffen wurden nach Angaben aus pakistanischen Geheimdienstkreisen im Grenzgebiet zu Afghanistan sechs Menschen getötet. Das erste Geschoss schlug am Donnerstagabend in ein Haus bei Mir Ali in der Stammesregion von Nord-Waziristan ein und tötete drei Personen, die zweite Rakete traf am Freitag in derselben Region ein Auto, in dem drei Personen umkamen.

Die USA versuchen seit Monaten, mit gezielten Raketenangriffen die Führung von Al Kaida und Taliban in den pakistanischen Provinzen an der Grenze zu Afghanistan zu schwächen. Offiziell werden diese Angriffe nicht bestätigt, bei denen meist von einer Drohne Raketen abgefeuert werden.

Bei der Explosion eines Sprengsatzes in der Region Bajur wurden am Freitag nach Angaben eines Behördensprechers sechs Menschen getötet - ein Stammesführer, der die Taliban ablehnte, und fünf seiner Familienmitglieder.

apd