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Deutschland / Welt Ministerpräsident Platzeck kritisiert DDR-Debatte
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Ministerpräsident Platzeck kritisiert DDR-Debatte
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11:10 17.05.2009
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Das sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Ganz viele Ostdeutsche sind entnervt, weil es immer nur darum geht: Warst du dafür oder dagegen? Bist du Täter oder Opfer?“, betonte er.

Der Streit, ob die DDR ein Unrechtsstaat sei, der von Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) erneut angestoßen worden war, „betrifft nicht ihre Lebenserfahrungen“ und fördere nur die DDR-Nostalgie, sagte Platzeck und fügte hinzu: „Es ist doch klar, dass diese Diskussion die Leute anwidert.“

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Zugleich sprach sich Platzeck gegen einen Schlussstrich bei der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit aus: „Ich glaube, so etwas wird nie abgeschlossen sein.“ Er plädierte aber für einen differenzierten Umgang mit früheren Stasi-Spitzeln. Bei IM könne man „nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“. Aber 20 Jahre danach müsse bei der Beurteilung auch gelten: „Hat der ehemalige IM Fehler erkannt und Konsequenzen gezogen? Oder verharmlost oder rechtfertigt er gar das Tun der Stasi?“ Platzeck sagte, er sehe unter den verantwortlichen Politikern im Osten niemanden mehr, auf den wirklich das Wort „Täter“ zutreffen würde.

ddp