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Deutschland / Welt Mladic angeblich im Krankenhaus
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mladic angeblich im Krankenhaus
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14:52 18.08.2011
Ratko Mladic liegt laut Medienberichten im Krankenhaus. Quelle: dpa
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Den Haag

Widersprüchliche Angaben nach einer Leistenbruch-Operation haben erneut zu Spekulationen über den Gesundheitszustand des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic geführt. Das UN-Tribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY) bezeichnete Berichte über eine Verlegung des wegen Völkermords angeklagten Ex-Serbenführers in eine Haager Klinik am Donnerstag als „falsch“. Allerdings deutete ICTY-Sprecherin Nerma Jelacic zugleich an, dass Mladic stattdessen in der medizinischen Abteilung des UN-Untersuchungsgefängnisses operiert worden sein könnte.

Die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete unter Berufung auf den Belgrader Mladic-Rechtsanwalt Branko Lukic, der 69-jährige Angeklagte sei am Mittwoch „im Bronovo-Hospital in Den Haag erfolgreich operiert“ worden. „Es ist gut gegangen, und er kann das Krankenhaus am Freitag wieder verlassen“, wurde Lukic zitiert. Mladic selbst hatte zu Beginn seines Verfahrens am 3. Juni in öffentlicher Sitzung erklärt, er sei „ein schwer kranker Mann“.

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Die ICTY-Sprecherin erklärte: „Ich kann bestätigen, dass er den Scheveningen-Komplex (das UN-Untersuchungsgefängnis im Haager Stadtteil Scheveningen) nicht verlassen hat.“ Angaben zu seinem Gesundheitszustand dürfe sie nach den Regeln des UN-Gerichtshofes nicht machen. Sie könne aber allgemein sagen, dass allen Angeklagten „die bestmögliche medizinische Behandlung gewährt wird, wenn dies erforderlich ist“.

Anklageschrift umfasst elf größere Fälle von Völkermord

Die Staatsanwaltschaft beim ICTY hatte am Mittwoch eine Beschleunigung des Mladic-Verfahrens beantragt und als Grund unter anderem genannt, dass man „für den Fall einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Mladic zu planen“ habe. Um schneller zu einem ersten Urteil zu kommen, soll der im Mai nach 16 Jahren Flucht in Serbien festgenommene Mladic nun zunächst wegen des Völkermords in Srebrenica im Sommer 1995 zur Rechenschaft gezogen werden.

Erst in einem möglichen zweiten Prozess soll es um andere ihm zur Last gelegte Kriegsverbrechen gehen, darunter die Belagerung von Sarajevo. Die bisherige Anklageschrift, die jetzt für zwei Prozesse aufgeteilt werden soll, umfasste elf größere Fälle von Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkrieges 1992-95, dem etwa 100 000 Menschen zum Opfer fielen.

jhe/dpa

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