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Deutschland / Welt NATO befreit entführten Journalisten der "New York Times"
Nachrichten Politik Deutschland / Welt NATO befreit entführten Journalisten der "New York Times"
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12:33 09.09.2009
Der befreite Reporter Stephen Farrell, hier auf einem Bild im Irak im Jahr 2007.
Der befreite Reporter Stephen Farrell, hier auf einem Bild im Irak im Jahr 2007. Quelle: afp
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Wie der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammed Omar, am Mittwoch mitteilte, wurde sein afghanischer Kollege während des nächtlichen Einsatzes getötet. Beide recherchierten zum von der Bundeswehr angeforderten NATO-Luftangriff am Freitag in Kundus.

Nach Angaben eines Sprechers der NATO-Truppe ISAF stürmten die Einsatzkräfte in der Nacht zum Mittwoch im nordafghanischen Kundus das Haus, in dem der irischstämmige Stephen Farrell und der Afghane Sultan Munadi von mutmaßlichen Taliban-Rebellen gefangen gehalten wurden. Dabei wurde Munadi nach Angaben von Omar durch seine Entführer getötet. Farrell selbst sagte jedoch, er könne nicht sagen, wer seinen Kollegen getötet habe.

Farrell meldete sich mit den Worten „Ich bin draußen, ich bin frei!“ per Telefon bei der „NYT“. Er sei während der Befreiungsaktion zunächst von einem Angriff ausgegangen, habe danach aber britische und afghanische Stimmen gehört und sich als Geisel zu erkennen gegeben. Gouverneur Omar hatte gesagt, ein US-Spezialkommando habe den Journalisten befreit.

Die beiden Reporter waren am Samstag in der nordafghanischen Provinz Kundus entführt worden. Am Tag zuvor waren dort nach einem von der Bundeswehr angeforderten NATO-Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklastwagen dutzende Menschen ums Leben gekommen, darunter offenbar auch Zivilisten. Die Entführung wurde wegen der gefährdeten Sicherheit der beiden Männer geheimgehalten.

„NYT“-Chef Bill Keller zeigte sich “überglücklich“ über die Befreiung des Journalisten. „Wir sind jedoch tieftraurig darüber, dass seine Befreiung auf solche Kosten geschehen ist“, erklärte er und sprach der Familie des getöteten Afghanen sein Beileid aus. Der 34-jährige Munadi, ein Vater zweier Kinder, studierte in Deutschland und hielt sich während der Semesterferien in Afghanistan auf.

Farrell war bereits im April 2004 in Bagdad gekidnappt und rund acht Stunden festgehalten worden. Er ist außerdem der zweite in Afghanistan entführte „NYT“-Journalist binnen eines Jahres. Im November 2008 waren der Reporter David Rohde und ein afghanischer Kollege von Taliban entführt und verschleppt worden. Im Juni dieses Jahres gelang den beiden die Flucht.

afp