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Deutschland / Welt NYT: Israel testete Stuxnet-Virus in geheimer Atomanlage
Nachrichten Politik Deutschland / Welt NYT: Israel testete Stuxnet-Virus in geheimer Atomanlage
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18:49 16.01.2011
Die Atomanlage in der Nähe von Dimona in der Wüste Negev in Israel, aufgenommen im Jahr 2000. Quelle: dpa (Archiv)
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In Dimona seien praktisch die gleichen Zentrifugen zur Urananreicherung wie in der iranischen Atomanlage Natans aufgebaut und Stuxnet daran getestet worden, berichtete die Zeitung am Sonntag. „Um den Wurm zu testen, muss man die Maschinen kennen“, zitierte die „New York Times“ einen amerikanischen Atomexperten. „Die Israelis testeten ihn aus, das ist der Grund, weshalb der Wurm so effektiv war.“ Der Nuklearreaktor in Dimona gilt als die am strengsten bewachte Einrichtung Israels.

Die Iraner hatten im Oktober zugegeben, dass Tausende Rechner in den Atomanlagen infiziert wurden. Nach Angaben der „New York Times“ wurde durch Stuxnet ein Fünftel der iranischen Uranzentrifugen lahmgelegt und das gesamte Programm zurückgeworfen. Der Wurm sei „die raffinierteste Cyberwaffe, die je entwickelt wurde“, schrieb das Blatt. Viele Länder verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Nuklearenergie an Atomwaffen zu arbeiten.

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Ein US-Labor in Idaho habe Vorarbeit für den spektakulären Stuxnet-Angriff geleistet, schrieb die „New York Times“. Es habe Anfang 2008 mit der deutschen Firma Siemens zusammengearbeitet, um Schwächen an Computerreglern zu identifizieren, die Siemens weltweit zur Betreibung von Industrie-Maschinerie verkaufe. Der US-Geheimdienst habe diese als wichtigen Teil der Ausrüstung in den iranischen Atomanlagen identifiziert. Das Labor in Idaho, das dem für die US-Atomwaffen zuständigen Energieministerium unterstehe, habe so gut versteckte „Löcher“ in dem Siemens-System gefunden. Im Jahr darauf seien diese von Stuxnet zum Angriff genutzt worden.

Der scheidende Leiter des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad hatte vor zehn Tagen gesagt, der Iran werde vor 2015 keine Atombombe besitzen. Für Verzögerungen machte er technische Schwierigkeiten sowie die westlichen Sanktionen verantwortlich. Falls der Druck des Westens anhalte, könne sich dieser Zeitpunkt sogar noch weiter verzögern, sagte Meir Dagan. Er riet auch von einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen ab. Eine Attacke sei nur ratsam, falls Israel angegriffen werde oder direkter Gefahr ausgesetzt sei.

dpa