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Deutschland / Welt Nach Unruhen viele Moscheen geschlossen
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07:53 10.07.2009
Auch am Freitag herrschte in Urumqi ein großes Sicherheitsaufgebot.
Auch am Freitag herrschte in Urumqi ein großes Sicherheitsaufgebot. Quelle: Peter Parks/AFP
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Muslimische Uiguren in Urumqi berichteten, sie seien angewiesen worden, ihr traditionelles Freitagsgebet zu Hause zu verrichten. Ein uigurischer Mann namens Tursun sagte vor der von rund 100 bewaffneten Polizisten bewachten Hantagri-Moschee: „Die Regierung hat gesagt, es gebe kein Freitagsgebet.“ Die Behörden fürchteten, dass die Leute ihren Glauben missbrauchten, um Unruhe zu stiften, fügte er hinzu.

Auch die Liu-Daowan-Moschee im Osten Urumqis, in der bis zu tausend Menschen Platz finden, war am Freitag geschlossen, wie ein Reporter berichtete - ebenso wie die kleinere Xida-Moschee, die von Muslimen der Volksgruppe der Hui besucht wird. An fünf weiteren Moscheen in Urumqi, die Reporter aufsuchten, klebten schon am Donnerstag Zettel mit der Aufschrift „Beten Sie daheim“. Auf die Frage, ob alle Moscheen in Urumqi am Freitag geschlossen seien, sagte ein Sprecher der Regionalverwaltung von Xinjiang: „Alle religiösen Aktivitäten sollten ganz normal vonstatten gehen“, ohne dies näher zu erläutern.

Auch am Freitag herrschte in Urumqi ein großes Sicherheitsaufgebot, nachdem am Wochenende bei schweren Zusammenstößen zwischen Uiguren und Sicherheitskräften nach offiziellen Angaben 156 Menschen starben. Uiguren-Organisationen zufolge lag die Zahl der Toten allerdings wesentlich höher. So sprach der Weltkongress der Uiguren unter Berufung auf Quellen vor Ort von bis zu 800 Opfern.

In der australischen Hauptstadt Canberra protestierten unterdessen rund 200 Menschen gegen die Vorgänge in Xinjiang. Die Demonstranten, die sich vor dem Parlament versammelt hatten, riefen „Tod den chinesischen Terroristen“ und „Freiheit für die Uiguren“. Sie wollten zur chinesischen Botschaft weiterziehen.

AFP