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Deutschland / Welt Neue SPD-Spitze will sich nach links öffnen
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11:58 06.10.2009
Sigmar Gabriel Quelle: ddp
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Gabriel hat sich prinzipiell offen für Koalitionen mit der Linkspartei gezeigt. Er habe nichts dagegen, wie etwa in Berlin mit der Linkspartei zu koalieren, sagte Gabriel am Montagabend in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“. Auch über eine Koalition im Bund nach der Bundestagswahl 2013 könne nachgedacht werden. Es gebe aber „keinen Automatismus“. Für die Absage der Thüringer SPD an ein rot-rot-grünes Bündnis äußerte Gabriel Verständnis. SPD-Landeschef Christoph Matschie habe klar gesagt „das ist schlecht für Thüringen, schlecht für die SPD, die wollen uns vorführen, und deshalb bin ich dagegen.“ Davor habe er großen Respekt, sagte Gabriel.

Auch die designierte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles will die Beziehungen der Sozialdemokraten zur Linkspartei normalisieren. Im Südwestrundfunk sprach sich Nahles am Dienstag dafür aus, „dass wir die Linkspartei als eine normale Partei behandeln wie andere auch, als normale Konkurrenz allerdings auch“. Die Linke müsse allerdings ihr Verhältnis zur Macht klären. „Viele von den Linksparteilern wollen gar nicht, dass man an der Regierung beteiligt wird, man könnte ja in Verantwortung kommen, das muss also geklärt werden“, sagte Nahles.

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Am Montag hatte sich der SPD-Vorstand für den bisherigen Bundesumweltminister als neuen Parteichef ausgesprochen. Nach Angaben des scheidenden SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering stimmten 28 von 36 anwesenden Vorstandsmitgliedern für Gabriel. Die Zustimmung von jeweils weniger als 80 Prozent bei der Nominierung der neuen Parteiführung sieht Nahles derweil nicht als Makel an. „Es gibt viel Frust und viele Fragen in der SPD - wie konnte es dazu kommen? - und deswegen war dieses Ergebnis aus meiner Sicht sehr ehrlich“, sagte Nahles.

ddp/afp