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Deutschland / Welt Neues Buch von CDU-Politiker Linnemann: Kampfansage an den politischen Islam
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19:00 19.02.2019
„Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“: Unionsfraktionsvizechef Carsten Linnemann. Quelle: picture alliance / Geisler-Fotop
Berlin

Als er an seiner Doktorarbeit schrieb, verbrachte Carsten Linnemann zwei Monate in Riad, Saudi-Arabien. Zwei Beobachtungen blieben dem heutigen Unions-Fraktionsvize in besonderer Erinnerung: die zwei Kassen einer McDonalds-Filiale, die nach Geschlechtern unterschieden, und die in den eingeflogenen deutschen Wochenmagazinen von der Zensur geschwärzten Unterarme von Frauen.

Befremdlich habe das auf ihn gewirkt, als Gast aber hatte er „diese Sitten selbstverständlich zu respektieren“, schreibt Linnemann in seinem neuen Buch.

„Anders sieht es aus, wenn bestimmte Lebensweisen und Regeln nach Deutschland importiert und in Deutschland gelebt werden, die unserer freiheitlichen Rechtsordnung fundamental widersprechen“, fährt er fort – und ruft zu einer Toleranz mit Grenzen auf. Wo diese Grenzen verlaufen, zeigt der Titel des Buches an: „Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland.“

Vom Wirtschafts- zum Integrationspolitiker

Der CDU-Abgeordnete aus Paderborn ist bisher nicht als Migrations- oder Integrationspolitiker aufgefallen. Als Chef der einflussreichen Mittelstandsvereinigung der Union ist der 41-Jährige für die wirtschaftsliberale Profilierung der Union zuständig. Dabei nimmt er gern die Rolle des Rebellen gegenüber der eigenen Parteispitze ein.

Als Angela Merkel noch CDU-Chefin war, zählte Linnemann zu ihren schärfsten Kritikern. Dass er lieber Friedrich Merz als Annegret Kramp-Karrenbauer zum CDU-Chef gehabt hätte, hat er nie verheimlicht.

Linnemann hat schon vor zwei Jahren mit einem selbstkritischen Buch für Irritation in den eigenen Reihen gesorgt. Er trug den Titel „Die machen eh, was sie wollen: Wut, Frust, Unbehagen - Politik muss besser werden“ und war durchaus auch an die Parteikollegen adressiert.

Kurz nachdem die CDU in ihrem „Werkstattgespräch“ ihre Haltung zum Flüchtlingsjahr 2015 aufgearbeitet hat, setzt Linnemann nun mit dem von ihm und dem früheren bayerischen Justizminister Winfried Bausback herausgegebenen Buch einen eigenen Akzent in der Integrationsdebatte.

„Die Gesellschaft ist in der Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, tief gespalten. Wir möchten eine Brücke bauen, indem wir sagen: Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“, sagt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Boris Palmer kommt auch zu Wort

Dazu hat er im Buch praxisnahe Aufsätze zahlreicher profilierter Kritiker des politischen Islam versammelt, etwa von der Soziologin Necla Kelek, vom Psychologen Ahmad Mansour oder auch vom grünen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer.

Linnemann selbst liefert eine Liste von Maßnahmen zur Eindämmung des politischen Islam in Deutschland.

Er will einen angeblichen „Kulturrabatt“ für Muslime in der Rechtsprechung abschaffen, Kinderkopftücher in Schulen und Kitas verbieten, Moscheen zur Offenlegung ihrer Finanzierung zwingen und eine Visapflicht für ausländische Imame in Deutschland einführen, gepaart mit einem Sprachnachweis und einer Sicherheitüberprüfung.

„Die Zurückdrängung des radikalen Islam steht im Koalitionsvertrag. Das Thema muss jetzt auf die Agenda der Großen Koalition“, fordert Linnemann.

Wolfgang Schäuble stellt das Buch vor

Bundestagspräsident und Merkel-Kritiker Wolfgang Schäuble wird Linnemanns Buch am Donnerstag in Berlin der Öffentlichkeit vorstellen. Linnemann freut sich darauf. „Wolfgang Schäuble ist quasi der Urheber der Deutschen Islam Konferenz.

Er hat vor mehr als zehn Jahren die Dimension dieses Themas und dessen gesellschaftspolitische Relevanz erkannt“, sagt er. Und fügt vielsagend hinzu: „Ich bin sicher, er weiß bei der Buchpräsentation den einen oder anderen markanten Punkt zu setzen.“

Von Marina Kormbaki/RND

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