Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Neues israelisches Friedensangebot an Palästinenser
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Neues israelisches Friedensangebot an Palästinenser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:33 13.08.2010
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Quelle: dpa
Anzeige

Das besetzte Ost-Jerusalem will Israel aber nicht überlassen, berichtete die Tageszeitung „Al- Hayat“ am Freitag. Das Büro Netanjahus bezeichnete den Bericht nach Angaben des israelischen Internetportals Walla als „absolute Lüge“.

Wesentlich an dem Vorschlag sei dessen provisorischer Charakter, berichtete „Al-Hayat“ weiter. Dieser würde es den Palästinensern ermöglichen, ihre Ansprüche auf das gesamte Westjordanland und Ost- Jerusalem aufrechtzuerhalten. Der Vorschlag an sich ist nicht neu. Eine ähnliche Idee hatte bereits der israelische Präsident Schimon Peres.

Die Palästinenser lehnen jedoch bislang jeden Teilabzug ab. Sie wollen eine Gesamtlösung in den Friedensverhandlungen mit Israel erreichen, die auch das Flüchtlingsproblem und die Jerusalem-Frage beinhaltet. Die Palästinenser weisen auch den Anspruch Netanjahus auf des Jordan-Tal an der Grenze zu Jordanien zurück. Netanjahu befürchtet, dass Waffen und Raketen in einen unabhängigen Palästinenserstaat geschmuggelt werden könnten, falls Israel nicht alle Grenzen kontrollieren kann.

Derzeit verhandeln Israel und die Palästinenser nur indirekt unter US-Vermittlung miteinander. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verlangte bislang als Voraussetzung für die Aufnahme direkter Gespräche einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten und einen konkreten Zeitplan. Zuletzt stieg aber der Druck auf Abbas, dennoch in direkte Verhandlungen mit Israel einzutreten und den von Netanjahu öffentlich bekräftigten Willen zu einer Lösung zu testen.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte am Donnerstagabend bekanntgegeben, dass Abbas vermutlich bereits an diesem Sonntag seine Bereitschaft zu solchen Verhandlungen erklären werde. Er habe jedoch um „noch ein paar Tage“ gebeten, um sich mit arabischen Partnern und der PLO-Führung abzustimmen, teilte Ashton mit. Abbas hatte bereits am Donnerstag in Kairo mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und dem jordanischen König Abdullah II. beraten. Am Freitag reiste er in das Golf-Emirat Katar weiter.

dpa