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Deutschland / Welt Noch keine heiße Spur zu Attentätern von Mallorca
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Noch keine heiße Spur zu Attentätern von Mallorca
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15:51 01.08.2009
Ein Polizist an einem Kontrollpunkt am Flughafen von Palma de Mallorca. Quelle: Jaime Reina/afp
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Der Anschlag wird von den spanischen Ermittlern der baskischen ETA zugeschrieben. Die Täter könnten demnach bereits vor dem Anschlag in Palmanova von der Insel geflohen sein. Nach Medienangaben wurde weiter nach einem Paar gesucht, das sich kürzlich ein Zimmer in einem Hotel auf Mallorca gemietet hatte. Am Samstag durchkämmten die Beamten erneut die Ferieninsel und kontrollierten insbesondere Passagiere von Flugzeugen und Schiffen. Auch Hotels wurden systematisch daraufhin überprüft, ob sie womöglich Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA beherbergen.

Die am Auto der beiden getöteten Polizeibeamten befestigte Haftbombe sowie eine später kontrolliert gezündete Bombe an einem weiteren Polizeiwagen seien mit einem Verzögerungsmechanismus und einem Bewegungsmelder ausgestattet gewesen, berichteten die Zeitungen „El Pais“ und „ABC“ unter Berufung auf Ermittlerkreise.

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Der Sprengsatz sei so eingestellt gewesen, dass er erst Stunden nach dem Start des Wagens explodierte. Die Bomben könnten demnach schon am Vorabend angebracht worden sein, und den Attentätern wäre so genügend Zeit geblieben, vor Beginn der Großfahndung aus Mallorca zu fliehen.

In Deutschland warnte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken (CSU), vor Panik. Es gebe „keinen Grund, von Reisen nach Spanien abzuraten“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ vom Samstag. Urlauber sollten sich jedoch beim Auswärtigen Amt über die aktuelle Sicherheitslage in Spanien erkundigen. Das Auswärtige Amt rate außerdem dazu, die Medienberichterstattung im Land aufmerksam zu verfolgen.

Nach Hinskens Einschätzung ist allerdings von einer neuen Qualität des ETA-Terrors auszugehen. „Vor Anschlägen auf touristische Ziele wurde bisher immer gewarnt, wenn Gefahr für Unbeteiligte bestand. Das war dieses Mal nicht der Fall“, sagte der Tourismusbeauftragte.

Der spanische König Juan Carlos, der gemeinsam mit seiner Frau Königin Sofia am Samstag seinen Urlaub auf Mallorca antreten wollte, hatte die Anschläge am Freitag scharf verurteilt. Der Terrorismus habe sich erneut von seiner „feigesten und verachtenswertesten“ Seite gezeigt, erklärte er bei einem Besuch auf der portugiesischen Insel Madeira.

afp

Susanne Iden 31.07.2009