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Deutschland / Welt Nord-Süd-Gefälle bei Wirtschaftskraft verstärkt sich
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14:44 10.12.2010
In die Top Ten schafft es nur noch eine einzige Stadt aus dem Norden, nämlich Wolfsburg (Bild). Quelle: dpa (Archiv)
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Der Süden liegt bei der Wirtschaftskraft im Vergleich zum Norden erneut deutlich vorne. Außer Wolfsburg schaffte es keine norddeutsche Stadt in die Top Ten. Alle anderen neun Städte liegen in Bayern oder Baden-Württemberg, angeführt von München, Erlangen und Ingolstadt.

Bei früheren Untersuchungen mit etwas anderer Systematik schnitten einzelne Städte aus der Nordhälfte Deutschlands noch besser ab.Hannover wurde wie Saarbrücken oder Aachen nicht in den Vergleich einbezogen, weil diese Städte zu Regionen mit dem Umland verschmolzen sind. In einem Vergleich von 20 „Cityregionen“ schafft es die niedersächsische Landeshauptstadt sowohl bei Niveau als auch bei Dynamik mit Platz 13 und 14 nicht auf einen der vorderen Ränge.

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Besser schneidet Bremen ab, das auf Platz drei der dynamischsten Regionen landet. Der dynamischste Standort im Cityregionen-Vergleich ist Nürnberg. Auf den ersten Plätzen beim Niveau-Vergleich liegen München, Stuttgart und Frankfurt, die auch von ihrem Umfeld profitieren. Beurteilt wurden Einkommen, Steuerkraft, Arbeitslosenquote und Beschäftigungsentwicklung.

Die am Freitag veröffentlichte Studie wurde von der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der „Wirtschaftswoche“ in Auftrag gegeben. Erstmals wurden die 100 statt wie bisher die 50 einwohnerstärksten kreisfreien Städte berücksichtigt. Der Vergleich gliedert sich in ein „Niveau-Ranking“, das den Ist-Zustand anzeigen soll, und ein „Dynamik-Ranking“ zur jüngsten Entwicklung der Städte. Bei früheren Untersuchungen mit etwas anderer Systematik schnitten einzelne Städte aus der Nordhälfte Deutschlands noch besser ab.

Am dynamischsten entwickelt haben sich danach Stralsund, Bayreuth und Greifswald. Ganz unten auf Platz 100 steht Wuppertal. Das bevölkerungsstärkste Land Nordrhein-Westfalen gibt überhaupt eine schlechte Figur ab. Als „Wohlstandsinseln“ bezeichnen die Autoren Düsseldorf, Münster und Mülheim an der Ruhr. Das Ruhrgebiet schneidet mit Ausnahme von Mülheim katastrophal schlecht ab.

„Auf Schalke und anderswo im Revier kämpft man auch wirtschaftlich um den Verbleib in der 1. Liga“, sagte der Studienleiter Michael Bahrke. „Gelsenkirchen rangiert beim absoluten Niveau hinter Dessau- Roßlau, Frankfurt an der Oder und Leipzig auf Rang 97. Allerdings weisen die drei Ost-Städte eine deutlich bessere Dynamik vor als Gelsenkirchen.“ Es sei dem Revier bisher nicht gelungen, den Wegfall der Kohle- und Stahlindustrie durch neue Branchen auszugleichen.

Berlin kommt auf der Niveauliste auch erst weit hinten auf Platz 90. Die mittelfristige Perspektive der Hauptstadt wird jedoch positiv beurteilt, da dort viele neue Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen entstünden. Niveaustärkste Stadt in Ostdeutschland ist der Wissenschaftsstandort Jena mit Rang 46, nur drei Positionen hinter Köln.

dpa