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Deutschland / Welt Nordkorea droht Japan im Streit um Satellitentest mit Angriff
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea droht Japan im Streit um Satellitentest mit Angriff
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16:13 02.04.2009
Nordkorea droht mit „gnadenlosem“ Angriff auf Japan Quelle: Kim Jae-Hwan/AFP

Nordkoreas Armee werde in diesem Fall „tödliche Schläge“ gegen „wichtige Ziele“ in Japan ausführen, warnten die Militärs in Pjöngjang am Donnerstag. Nach Berichten des US-Fernsehsenders CNN begann Nordkorea damit, die Trägerrakete zu betanken.

Die nordkoreanische Armee betonte in der Erklärung erneut die „friedlichen Ziele“ des Satellitenstarts, den Pjöngjang für den Zeitraum zwischen Samstag und kommendem Mittwoch angekündigt hatte. Die japanische Regierung hatte ihrer Armee daraufhin einen Abschussbefehl für die nordkoreanische Rakete erteilt, falls diese oder Teile von ihr drohten, auf Japan zu stürzen. Japan hat mit Luftabwehrraketen ausgestattete Kriegsschiffe und Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot in Stellung gebracht.

Falls Japan den nordkoreanischen Satelliten abfange, der „friedlichen Zwecken“ diene, werde die nordkoreanische Armee „gnadenlos tödliche Schläge“ gegen Japan ausführen, hieß es in der Erklärung der Streitkräfte in Pjöngjang. Das Verteidigungsministerium in Tokio bekräftigte als Reaktion auf die Drohung, dass die Rakete nur abgeschossen werde, wenn sie das Leben und das Eigentum der japanischen Bevölkerung gefährde. Allerdings drohte die Regierung damit, die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Pjöngjang zu verschärfen. Laut Regierungsprecher Takeo Kawamura könnte Japan alle Ausfuhren nach Nordkorea verbieten und den Zahlungsverkehr zwischen beiden Ländern weiter einschränken.

Die USA, Japan und Südkorea befürchten, dass Nordkorea unter dem Vorwand des Satellitenstarts eine Langstreckenwaffe vom Typ Taepodong-2 testen will. US-Präsident Barack Obama und sein südkoreanischer Kollege Lee Myung Bak riefen die internationale Gemeinschaft am Rande des G-20-Treffens in London zu einer „scharfen und geschlossenen Reaktion“ auf einen möglichen Raketentest auf. Nach südkoreanischen Angaben waren sich die beiden Staatschef einig, beim Vorgehen gegen Nordkorea stärker zusammenzuarbeiten.

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf einen Verantwortlichen des US-Militärs, dass der Startzeitpunkt mit dem Betanken der Trägerrakete offenbar näher rücke. Südkoreanische Experten rechneten am Donnerstag mit einem Gelingen des nordkoreanischen Raketentests. Dank technischer Zusammenarbeit mit dem Iran habe Pjöngjang die Fehler an früheren Modellen abstellen können, sagte Kim Byung Yong vom staatsnahen Institut für Verteidigungsanalysen. Bei einem Test im Jahr 2006 war die Taepodong-2 nach 40 Sekunden ins Meer gestürzt.

Eine Organisation der rund 600.000 gebürtigen Koreaner, die in Japan leben, äußerte die Befürchtung, der Streit könne sich vor allem für ihre Mitglieder negativ auswirken. Sie forderte die Regierung in Pjöngjang auf, den Satellitenstart abzusagen.

afp

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