Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Nordkorea droht weiter - UN-Sitzung zu Korea
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea droht weiter - UN-Sitzung zu Korea
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:41 19.12.2010
Südkoreanische Truppen patrouillieren entlang der Insel Yeonpyeong. Quelle: ap
Anzeige

Die Spannungen zwischen beiden koreanischen Staaten nehmen weiter zu. Wegen geplanter südkoreanischer Schießübungen nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer drohte Nordkorea dem Nachbarn. Nordkoreas Militär werde „gnadenlos“ zurückschlagen, sollte die Grenze zu seinem Hoheitsgewässer verletzt werden, warnte das Außenministerium in Pjöngjang am Samstag. Trotz der Warnungen will Südkorea an seinem Manöverplan festhalten. China und Russland wollten sich bei einer Sondersitzung des UN- Sicherheitsrats noch am Sonntag um Entspannung bemühen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Kollege Yang Jiechi vereinbarten ein gemeinsames Vorgehen der beiden Vetomächte in der Koreafrage. Das berichteten am Sonntag russische Medien. „Russland ist bereit, sich zusammen mit China um eine Milderung der Spannungen auf der (koreanischen) Halbinsel zu bemühen“, wurde Lawrow zitiert. Der Sicherheitsrat wollte um 11 Uhr (17 Uhr MEZ) zusammenkommen.

Anzeige

China hatte zuvor erneut seine Besorgnis wegen der Spannungen auf der Halbinsel bekundet. Die Lage sei „extrem unsicher, hochkompliziert und sensibel“, hieß es in einer Erklärung von Vizeminister Zhang Zhijun, aus der die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte.

Grund für die jüngste Eskalation sind Artillerieübungen, die die südkoreanischen Streitkräfte bis zum Dienstag auf der Insel Yonpyong durchführen wollen - nahe der umstrittenen Seegrenze. Bei dem nordkoreanischen Artillerieüberfall auf die Insel am 23. November waren vier Menschen getötet worden. Pjöngjang nahm die angekündigten Übungen des Nachbarn zum Anlass zu massiven Drohungen an die Adresse Seouls.

Die geplanten Übungen würden es unmöglich machen, „zu verhindern, dass die Situation auf der koreanischen Halbinsel explodiert und es zu einer nachfolgenden Katastrophe kommt“, wurde das nordkoreanische Außenministerium von den staatlichen Medien zitiert. Das Militär halte keine leeren Reden.

Nordkoreas Außenminister kritisierte am Samstag zudem die USA dafür, etwa 20 Soldaten ihrer in Südkorea stationierten Truppen nach Yonpyong entsenden zu wollen, um die Schießübungen zu unterstützen. Die US-Soldaten würden als „menschliche Schutzschilde“ dienen, hieß es.

Südkoreas Militär werde sich mit Blick auf die Schießübungen durch die nordkoreanischen Drohungen und die diplomatische Situation nicht beeinflussen lassen, zitierte die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Sprecher des Generalstabs. Wann genau die eintägigen Übungen stattfinden, war am Wochenende aber noch unklar. Der Zeitpunkt hänge von den Wetterverhältnissen ab, hieß es aus Militärkreisen.

dpa

Mehr zum Thema

Nach der Versenkung des südkoreanischen Kriegsschiffs „Cheonan“ hat US-Außenministerin Hillary Clinton die Sicherheitslage als „sehr gefährlich“ eingestuft. Die USA arbeiten mit den Staaten in der Region zusammen, um eine Kriegsgefahr einzudämmen.

24.05.2010

Nordkorea hat am Freitag Südkorea und die USA davor gewarnt, ein geplantes Manöver abzuhalten. Die Region stünde dann am „Rande eines Krieges“, hieß es in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, die kurz vor dem Besuch des US-Kommandeurs in Südkorea auf der Insel Yeonpyeong verbreitet wurde.

26.11.2010

Krise am 38. Breitengrad: Die Spannung zwischen den beiden Koreas wächst wieder. Südkorea und die USA wollen deshalb vorsorglich Stärke gegenüber dem kommunistischen Nordkorea zeigen.

23.07.2010