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Deutschland / Welt Obama sichert Frankreich "totale Solidarität" zu
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19:28 24.11.2015
US-Präsident Barack Obama und der französische Staatschef François Hollande nach den Beratungen im Weißen Haus. Quelle: AFP/Nicholas Kamm
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Washington/Paris

"Wir sind hier, um zu erklären, dass die Vereinigten Staaten und Frankreich in totaler Solidarität zusammenstehen", sagte Obama am Dienstag nach mehr als anderthalbstündigen Beratungen mit Hollande im Weißen Haus. Gemeinsam würden beide Länder die "Terroristen und jene, die sie geschickt haben" zur Rechenschaft ziehen und "unsere Nationen verteidigen".

Hollande erklärte, dass Frankreich und die USA eine Ausweitung der Luftangriffe gegen die Dschihadisten in Syrien und im Irak beschlossen hätten. Außerdem sollten "all jene" unterstützt werden, die den IS am Boden bekämpfen.

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Keine Bodentruppen aus Frankreich

Frankreich werde allerdings nicht mit eigenen Bodentruppen in Syrien eingreifen. Der französische Staatschef forderte eine "dringende" Schließung der Grenze zwischen Syrien und der Türkei, um die Einreise von "Terroristen" zu verhindern. Der Kampf gegen die IS-Miliz erfordere eine "gemeinsame" und "unerbittliche" Antwort.

Obama sprach Frankreich erneut das "tiefste Mitgefühl" der USA aus. "Die Amerikaner lieben Frankreich, weil wir uns den gleichen Idealen verschrieben haben", sagte der Präsident. Auf Französisch fügte er hinzu: "Nous sommes tous Français" ("Wir sind alle Franzosen"). Von der IS-Miliz würden "ernste Bedrohungen" ausgehen, warnte Obama. Die Dschihadistengruppe dürfe "nicht toleriert" und müsse "zerstört" werden.

Die Vereinigten Staaten seien bereit, die Zusammenarbeit mit Frankreich und anderen europäischen Ländern etwa beim Austausch von Geheimdienstinformationen auszubauen. Der US-Präsident stellte eine "wachsende Erkenntnis" in Europa fest, dass "zusätzliche Bemühungen" nötig seien, um den Strom von ausländischen Kämpfern zur IS-Miliz zu unterbinden. Ausdrücklich rief er die Europäische Union auf, "endlich" ein Abkommen mit den USA zum Austausch von Flugpassagierdaten umzusetzen.

Hollande trifft sich mit Putin 

Bei den Anschlägen auf eine Konzerthalle, Restaurants, Cafés und in der Nähe des Fußballstadions Stade de France waren in der französischen Hauptstadt am 13. November 130 Menschen getötet worden. Zu den Attacken bekannte sich die IS-Miliz. Frankreich beteiligt sich an den Luftangriffen einer US-geführten Koalition auf Stellungen der Dschihadisten in Syrien und im Irak. Nach den Attacken von Paris hatte das französische Militär seine Angriffe verstärkt.

Am Montag hatte Hollande bereits mit dem britischen Premierminister David Cameron über eine Allianz gegen den IS beraten. Am Mittwoch will er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Paris empfangen und am Donnerstag in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Am Sonntag wird der chinesische Staatschef Xi Jinping in Paris erwartet.

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