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Deutschland / Welt Oberst Klein begründet Kundus-Angriff mit Zeitdruck
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16:41 24.02.2010
Quelle: dpa (Archivbild)
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Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags rechtfertigte sich der damalige Befehlshaber Georg Klein nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ damit, dass er nicht habe absehen können, wie lange amerikanische Kampfbomber für einen Luftangriff zur Verfügung standen.

Klein hatte am 10. Februar vor dem Parlamentsausschuss in einer nicht öffentlichen Sitzung über den Angriff Auskunft gegeben. Viele Details sind bislang noch nicht bekannt. Nach Informationen der Zeitung sagte Klein aus, für ihn sei das Lagebild „rund“ gewesen. Es sei unzweifelhaft gewesen, dass die beiden von Taliban-Milizen entführten Tanklaster eine akute Bedrohung dargestellt hätten. Diese Gefahr habe er abwenden müssen.

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Auf der anderen Seite habe er sich unter Zeitdruck gefühlt, weil er nicht habe absehen können, wie lange zwei F-15-Kampfbomber, die die Amerikaner als Luftunterstützung entsandt hatten, zur Verfügung stehen würden. Es habe die Möglichkeit bestanden, dass sie jederzeit für einen anderen Einsatz abgerufen werden könnten. Eine Alternative habe es mangels ausreichender Reserven an Bodentruppen nicht gegeben. Die beiden US-Flugzeuge warfen dann die Bomben ab.

Bei seinem Auftritt vor zwei Wochen hatte der Oberst die alleinige Verantwortung für den Einsatz übernommen. Dem Zeitungsbericht zufolge gab er an, dass er sich weder bei Vorgesetzten in Afghanistan noch in Deutschland Rückendeckung für seine Entscheidung geholt habe. Der Ausschuss will an diesem Donnerstag seine Anhörungen fortsetzen

dpa

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