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Deutschland / Welt Österreichischer Holocaust-Leugner Honsik erneut vor Gericht
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Österreichischer Holocaust-Leugner Honsik erneut vor Gericht
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19:00 20.04.2009
Gerd Honsik muss sich erneut vor Gericht verantworten.
Gerd Honsik muss sich erneut vor Gericht verantworten. Quelle: afp
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Die Anklage wirft Honsik vor, in seinen Publikationen zwischen 1987 und 2003 wiederholt die Existenz der Gaskammern bestritten zu haben. Sie stuft ihn wegen seiner Ansichten als „besonders gefährlich“ ein. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahren Haft.

Staatsanwalt Stefan Apostol bezeichnete den Publizisten als „einen der führenden Revisionisten“, dem es darum gehe, „nationalsozialistisches Gedankengut wiederaufleben zu lassen“. Honsik sei keineswegs „irgendein kleiner Nazi“, sagte Apostol zum Auftakt des Prozesses. 120 Jahre nach Hitlers Geburt gebe es immer noch „Leute, die seine Gräueltaten leugnen“, sagte der Ankläger. Dies sei nicht nur „traurig, sondern auch gefährlich“. Honsik plädierte auf nicht schuldig. Sein 87-jähriger Verteidiger Herbert Schaller sprach von einem „Schauprozess“. Er bekräftigte, die Existenz der Gaskammern sei „keine Tatsache“, sondern „nur herrschende Meinung“.

Honsik war 1962 erstmals zu vier Jahren Haft verurteilt worden. 1992 wurde er wegen erneuter Leugnung des Holocausts zu 18 Monaten Haft verurteilt, setzte sich aber nach Spanien ab, wo er 15 Jahre lang unbehelligt lebte. Im Sommer 2007 wurde er festgenommen und an Österreich ausgeliefert. Die Anklage strengte den neuen Prozess an, weil Honsik auch im spanischen Exil seine Ansichten weiterverbreitete.

afp