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Deutschland / Welt Pakistan kündigt Freilassung von indischem Piloten an
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Pakistan kündigt Freilassung von indischem Piloten an
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15:04 28.02.2019
Soldaten und Schaulustige stehen an der Absturzstelle des indischen Kampfflugzeugs. Quelle: Mukhtar Khan/AP/dpa
Neu Delhi/Islamabad

Nach der jüngsten militärischen Konfrontation zwischen Pakistan und Indien will Pakistan zu einer Beruhigung der Lage beitragen. Islamabad sei bereit, den festgesetzten indischen Piloten freizulassen, sollte dies helfen, die Spannungen abzubauen, sagte der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi am Donnerstag. Gleichzeitig sei der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan zu einem Telefongespräch mit dem indischen Premierminister Narendra Modi bereit. Man wolle alles tun, was hilfreich sei, um Frieden wieder herzustellen, sagte Qureshi.

Die Spannungen zwischen den verfeindeten Atommächten Indien und Pakistan hatten sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Nachdem Indiens Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanischem Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan nach eigenen Angaben am Mittwoch zwei indische Kampfflugzeuge ab. Ein indischer Pilot sei danach festgesetzt worden.

Khan hatte bereits am Mittwoch in einer Fernsehansprache Indien Gespräche angeboten. Indiens Regierung um die hindu-nationalistische Partei BJP von Premierminister Modi steht allerdings unter Druck, Stärke zu zeigen, weil in wenigen Monaten eine Parlamentswahl ansteht. In den vergangenen Tagen, so auch in der Nacht zu Donnerstag, gab es Berichte über Schusswechsel und Truppenbewegungen entlang der De-facto-Grenze in Kaschmir.

Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr

Die militärische Maßnahme Pakistans führt bei mehrere Fluggesellschaften zu veränderten Routen und Ausfällen. So etwa stornierte die thailändische Airline Thai Airways alle Flüge von Bangkok nach Europa am späten Mittwochabend und frühen Donnerstagmorgen.

Die staatliche indische Fluggesellschaft Air India teilte mit, alle Flüge nach Indien aus Europa und den USA würden über Dubai und Schardschah in den Vereinigten Arabischen Emiraten umgeleitet. Dies werde zu Verspätungen führen. Am Mittwoch waren zwischenzeitlich auch mehrere Flughäfen in Nordindien geschlossen worden.

Maas: „Wir hoffen, dass das nicht zu einer Eskalation führt“

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) rief beide Seiten zur Besonnenheit auf. „Wir hoffen, dass das nicht zu einer Eskalation führt“, sagte er während seines Mali-Besuchs in Gao. Maas rief zudem Pakistan auf, konsequent gegen terroristische Organisationen vorzugehen. Zahlreiche weitere Länder äußerten sich ähnlich.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Spaltung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen die beiden Länder das Himalaya-Tal Kaschmir für sich. Sie kontrollieren jeweils einen Teil und haben bereits zwei Kriege um das Gebiet geführt. Im indischen Teil - dessen Bevölkerung im Gegensatz zum Rest des mehrheitlich hinduistischen Landes überwiegend muslimisch ist - gibt es seit Ende der 1980er Jahre immer wieder Gewalt zwischen Separatisten und Sicherheitskräften. Indien wirft dem pakistanischen Militärgeheimdienst ISI vor, islamistische Terroristen im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Pakistan bestreitet dies.

Der Luftraum über Pakistan soll am Donnerstag um Mitternacht (20 Uhr MEZ) wieder öffnen, teilte die Luftfahrtbehörde mit.

Von RND/dpa

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