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Deutschland / Welt Palästinenser dementieren Enthüllungsberichte
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09:31 24.01.2011
Die Palästinenser unter Präsident Mahmud Abbas sollen seit zwei Jahren zu weitreichenden Zugeständnissen in Bezug auf die Stadt Jerusalem bereit sind.
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Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira hatte am Sonntag eine Sammlung von Geheimdokumenten veröffentlicht. Demnach waren die Palästinenser bei den Verhandlungen mit dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert unter anderem bereit, Israel die meisten jüdischen Viertel auch im arabischen Ostteil der Stadt abzutreten. Bislang forderten die Palästinenser immer ganz Ost-Jerusalem, weil sie dort ihre künftige Hauptstadt einrichten wollen.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat sagte der Zeitung „Al-Ayyam“ am Montag, es handele sich bei den Berichten um „Lügen und Halbwahrheiten“. „Al-Dschasira“ verfügt nach eigenen Angaben über etwa 1600 geheime Dokumente zu den Nahostverhandlungen - Gesprächsprotokolle, E-Mails und Karten aus den Jahren 1999 bis 2010.

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Wie der im Golfemirat Katar beheimatete TV-Sender in den Besitz dieser Dokumente gelangte, wurde nicht erklärt. Einige Namen und Telefonnummern habe man aus den Dokumenten, die bis zum kommenden Mittwoch nach und nach ins Netz gestellt werden sollen, herausgestrichen, hieß es.

Erekat sagte der Zeitung, das palästinensische Verhandlungsministerium sei bereit, alle seine Dokumente offenzulegen, um zu beweisen, dass die Berichte von „Al-Dschasira“ nicht wahr seien. Arabische Kommentare hatten sich entsetzt über die „Flexibilität“ der palästinensischen Verhandlungsführer geäußert.

dpa

Michael B. Berger 24.01.2011